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Korschenbroich
Grüne wollen Baumfällen erleichtern

Korschenbroich. Der Antrag im Ausschuss für Umwelt, Grundwasser, Energie und Klimaschutz, das Fällen von Bäumen auf privaten Grundstücken zu erleichtern, kam ausgerechnet von den Grünen. Wolfgang Lieser (CDU) sprach von einer "sinnvollen Sache". Allerdings sei die Materie sehr komplex, es müssten viele Aspekte berücksichtigt werden. Der Antrag kommt jetzt auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung, die allerdings erst im Dezember sein wird.

Ulrich Afflerbach (SPD) wünscht sich eine Baumschutzsatzung, "die für alle Bürger transparent ist und die von ihnen auch als sinnvoll empfunden wird". Zurzeit unterliegen sämtliche Baumarten der Baumschutzsatzung. Die Grünen möchten, dass künftig bestimmte Baumarten ohne vorheriges Genehmigungsverfahren gefällt werden dürfen, wie es auch in Kaarst möglich ist. Das Fällen ohne vorherige, kostenpflichtige Genehmigung könnte unter anderem für Rot- und Blaufichten, Zedern, Lärchen, Hemlockfichten, Mammutbäume, Kiefern und Tannen gelten. Die Grünen wissen, dass diese Arten oft private Gärten und auch die Räume verschatten, dass sie Blitzeinschläge anziehen, bei Stürmen umknicken können und somit die Sicherheit der Anwohner gefährden. Nadelbäume seien standortfremd und trügen wahrscheinlich nicht zu einer spürbaren Verbesserung der Umweltverhältnisse bei, ihre abgefallenen Nadeln versauern den Boden und die Beseitigung dieser Nadeln stelle für ältere Menschen eine körperliche Belastung dar.

2015 waren 93 Fällanträge gestellt worden. Dabei ging es um insgesamt 220 Bäume. Je Antrag wurde eine Gebühr von 50 Euro fällig. Weichen mussten 93 Laubbäume und 127 Nadelgehölze. Die Verwaltung weist darauf hin, dass sich die bestehende Baumschutzsatzung bewährt habe, indem sie langfristig den innerstädtischen, privaten Baumbestand sichert und zu einer Belebung des Ortsbilds beiträgt.

(barni)
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