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Korschenbroich
Gymnasiasten sammeln Spende für acht Augenoperationen

Korschenbroich. Nach seinem Besuch am Niederrhein kehrt der Kameruner Augenarzt Dr. Raoul Cheuteu am 21. Mai in seine Heimat zurück. Mit im Gepäck hat er eine Spende von Schülern des Gymnasiums Korschenbroich für acht Augenoperationen gegen den Grauen Star.

Der Religionskurs der Klassen 7a und c hatte mit Lehrerin Regine Saus beim Elternsprechtag für die Arbeit der Augenhilfe Afrika sensibilisiert und 402 Euro gesammelt. Cheuteu, der dank der Familie Otten eine innige Bindung an seine "Wahlheimat Korschenbroich" hat, dankte persönlich und informierte in der Aula über seine Arbeit.

Zu Beginn sahen die Schüler das Foto einer blinden Mutter mit zwei blinden Kindern im Alter von fünf und zehn Jahren. In Deutschland ist der Graue Star eine altersbedingte Krankheit, in Kamerun aber sind wegen Sonne und Mangelernährung oft schon Kinder betroffen, berichtete Cheuteu. Er hat in München Medizin studiert und kehrte nach Kamerun zurück, wo er in zwei Kliniken und in einer mobilen Augenklinik arbeitet. Alleine könne er die Aufgaben nicht lösen, darum ist er den Freunden in Korschenbroich und der Augenhilfe so dankbar, betonte Cheuteu.

"In Deutschland würde man vielleicht sagen, dass das aussieht wie in einem Hühnerstall. Aber das ist mein Appartement, wo ich glücklich bin und alles geht", sagte der Mediziner zum Foto mit einem schlichten Gebäude, wo er untersucht und operiert. Cheuteu erzählte von der schlechten medizinischen Versorgung und dem oft fehlenden Geld für Operationen in seiner Heimat. Es brauche zehn Minuten, um eine erkrankte Augenlinse zu entfernen und durch eine neue zu ersetzen. Wenn einen Tag später das schützende Pflaster über dem Auge entfernt werde, seien die Leute glücklich. "Man merkt, wie sie sich verändern. Sie blühen auf, sind wie neu geboren. Wahnsinn. Das ist es, was mir gefällt!", schwärmte Cheuteu, der betonte, wie viel Freude ihm die Arbeit mache. "Ich möchte euch anstecken, das Schöne zu sehen, wenn ihr euch für etwas einsetzt", warb der Arzt für soziales Engagement, wie auch für die Bereitschaft, gebotene Möglichkeiten zu nutzen.

(anw)
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