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Korschenbroich
Harter Wettbewerb für Reha-Kliniken

Korschenbroich: Harter Wettbewerb für Reha-Kliniken
Sie würdigten die langjährige Arbeit der Reha-Klinik - allen voran Bischof Heinrich Mussinghoff (4.v.l.), der auch ans frühere Elisabeth-Krankenhaus erinnerte. FOTO: isa
Korschenbroich. Mit einem Gottesdienst, mit Vorträgen und Führungen feierte die Korschenbroicher Niederrhein-Klinik gestern ihr 20-jähriges Bestehen. Für die Zukunft ist auch eine Fachabteilung für neurologische Rehabilitation geplant. Von Marion Lisken-Pruss

Gleich zwei runde Geburtstage feierte die Niederrhein-Klinik gestern mit einem Tag der offenen Tür: Vor 20 Jahren wurde die Klinik eröffnet, und seit zehn Jahren gehört sie zum Verbund der St.-Augustinus-Kliniken. Begonnen hatten die Feierlichkeiten mit einem Gottesdienst, den der emeritierte Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff im Foyer zelebrierte. In seiner Predigt hob er auf die Bedeutung der Caritas als Basis christlichen Lebens ab. Denn das Leitbild der Augustinus-Kliniken ist eine christlich geprägte Unternehmenskultur. Dass die Reha-Einrichtung aber auch ein Wirtschaftsunternehmen ist, und sich der Wettbewerb in den letzten 20 Jahren verschärft hat, stellte Geschäftsführer Udo Kratel in seiner Rede heraus. Dabei sparte er nicht an Kritik: Er sprach von einem ruinösen Wettbewerbsdruck seitens der Krankenkassen auf die Reha-Kliniken, und das, obwohl die Reha-Kosten nur einen kleinen Teil des Gesamtvolumens im Gesundheitswesen ausmachten. "Nicht, dass Patienten später zur Reha nach Estland oder Litauen müssen", fürchtete er. Um im Wettbewerb künftig bestehen zu können, plant er eine Fachabteilung für neurologische Rehabilitation. Wilhelm Straaten, Beiratsvorsitzender der Niederrhein-Klinik, hatte zuvor hervorgehoben, dass es die wohnortnahe Betreuung ist, die einen Schwerpunkt der Korschenbroicher Klinik ausmache: "Viele Patienten wünschen sich die Nähe ihrer Angehörigen."

Doch es ging nicht nur ernst zu bei den Feierlichkeiten. Für viele Lacher sorgte die Kabarettistin und Sozialarbeiterin Martina Schippers-Schneider, die als Fine Lappeßen von der Frauengemeinschaft Korschenbroich die Reden moderierte. Sie schilderte die Aufgaben der Klinik aus Sicht der Patienten: "Mia war hier wegen Hüfte, Heinz hatte Knie und Adi ganz bös Magen." Sie sprach von der Kurmetropole Korschenbroich, der nur das "Bad" vor dem Ortsnamen fehle. Daran, dass die Gesundheit an dieser Stelle immer schon eine Rolle spielte, erinnerte Bürgermeister Marc Venten: Hier stand einst das St.-Elisabeth-Krankenhaus, das 1986 nach fast 90 Jahren geschlossen wurde. 1992 kaufte die Stadt die Liegenschaft, 1997 eröffnete die Niederrhein-Klinik, die zunächst als stationäre Reha-Klinik für Orthopädie und Onkologie ihren Betrieb aufnahm, bis nach und nach 40 ambulante Plätze hinzukamen. Betreiber waren damals die beiden Gladbacher Krankenhäuser "Maria von den Aposteln" und "Maria Hilf". Heute gehört die Klinik zum Verbund der Augustinus-Kliniken. Venten betonte auch die Bedeutung für Korschenbroich: "Die Klinik schafft Arbeitsplätze, und die Patienten und ihre Angehörigen stärken den lokalen Einzelhandel."

Nachmittags öffnete die Klinik ihre Pforten für alle interessierten Besucher. Stündlich standen Führungen auf dem Programm, darüber hinaus Vorträge über gesunde Ernährung und Kniegelenk-Operationen. Für die kleinen Besucher gab's eine Hüpfburg. Für den Musik sorgte das Stadtorchester Erkelenz.

Quelle: NGZ
 
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