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Korschenbroich
Haushaltsüberschuss mit Risiken

Korschenbroich: Haushaltsüberschuss mit Risiken
Kämmerer Thomas Dückers stellte den Haushalt vor. FOTO: Ilgner
Korschenbroich. 2018 plant Korschenbroich mit einem Überschuss von 960.000 Euro. Die befürchtete Erhöhung der Grundsteuer wird es vorerst nicht geben. Von Marlen Kess

Ein Überschuss von fast einer Million Euro - und das ohne die befürchtete Erhöhung der Grundsteuersätze und der Müll- und Abwassergebühren. So sieht es der Haushaltsplan 2018 vor, den Kämmerer Thomas Dückers gestern im Rat vorgestellt hat. Dieser Überschuss kommt zur rechten Zeit: Im kommenden Jahr muss die Stadt als Stärkungspakt-Kommune erstmals einen ausgeglichenen Haushalt erreichen, um weiter finanzielle Hilfen vom Land NRW zu bekommen. Doch gesichert ist das nicht: 2018 sollen Kreis- und Jugendamtsumlage stark steigen.

Der Überschuss übertrifft die Erwartungen. Der Haushaltssanierungsplan, den die Stadt für das Land immer wieder erneuern muss, hatte einen Überschuss von 290.000 Euro vorgesehen, vor allem durch die Erhöhung der Grundsteuer. Dass diese nun doch ausbleibt, liegt unter anderem an der guten Wirtschaftslage. "An Gewerbesteuer erwartet die Stadt 500.000 Euro mehr als ursprünglich angenommen, insgesamt 12,5 Millionen Euro. Und dieser Betrag könnte noch steigen: Im laufenden Jahr hat die Stadt darüber bereits 13 Millionen Euro eingenommen. Dieses Potenzial sieht auch Bürgermeister Marc Venten (CDU), der forderte, "Korschenbroich als Wirtschaftsstandort weiter zu stärken und auszubauen."

Zudem sind im neuen Haushalt erstmals Einnahmen aus dem Flächenmanagement verzeichnet, insgesamt 1,4 Millionen Euro. Dazu beigetragen haben laut Dückers etwa die Umnutzung oder Aufgabe der Gymnastikhallen und die Schließung von Nebenstellen.

Gute Stimmung im Korschenbroicher Rathaus: Im Haushaltsplan 2018 sind fast eine Million Euro Überschuss eingeplant. FOTO: Berns

Insgesamt sieht der Kämmerer für den Haushalt 2018 einen Gesamtüberschuss von 4,4 Millionen Euro vor. Daraus sollen unter anderem Kredite getilgt werden. 960.000 Euro sollen als Überschuss übrig bleiben. Doch auch dieser Plan birgt "Chancen und Risiken", wie Kämmerer Thomas Dückers sagte.

Dazu gehört auch, dass die Steuern zwar nicht in 2018, wohl aber in den kommenden Jahren erhöht werden könnten. Das sieht der Haushaltssanierungsplan Korschenbroichs im Stärkungspakt vor. "Diese Steuererhöhungen werden aber nicht nur später kommen, sondern auch sehr viel niedriger ausfallen als ursprünglich prognostiziert", sagte Bürgermeister Venten.

Problematisch wird es auch bei der Kreis- und Jugendamtsumlage. Beide sollen 2018 kräftig steigen - was bei der Aufstellung des Korschenbroicher Haushalts noch nicht bekannt war. Deshalb rechnete man bei der Stadt mit dem Betrag von 2017. "Offenbar werden wieder alle Mehraufwendungen über die Kreiskommunen finanziert", sagte Dückers. Er gehe allerdings davon aus, dass hier noch einmal verhandelt wird. Sollte das nicht gelingen, droht Korschenbroich ein Mehraufwand von 1,5 Millionen Euro - und der Haushalt wäre wieder im Minus. Dass das mit Blick auf den Stärkungspakt nicht passieren darf, weiß auch Dückers, der den Kreis aufforderte, die Umlagen zu senken. Zugleich wies er darauf hin, dass auch ein solches Minus noch ausgeglichen werden könne. Schließlich habe man 2016 mehr als 1,8 Millionen Euro kompensieren können: "Daher bin ich Optimist."

Quelle: NGZ
 
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