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Korschenbroich
Heimatverein: Friedhofs-Denkmäler besser pflegen

Korschenbroich. Vor wenigen Tagen hat sich ein Freund des Kleinenbroicher Heimatvereins ans Werk gemacht und zumindest die wuchernden Pflanzen an den Grabsteinen zurechtgeschnitten. "Die Stadt pflegt das Denkmal nicht", sagt Heimatvereins-Vize Rolf Schmier. Lediglich der Rasen auf dem alten Friedhof werde regelmäßig gemäht. Wie Schmier sind auch andere Mitglieder des Heimatvereins (viele sind schon 80 Jahre oder älter) um den Zustand des Denkmals mitten auf dem seit 2008 geschlossenen Friedhof an der Raitz-von-Frentz-Straße besorgt.

Sie fordern den Einsatz der Stadt - zumal das Denkmal an sich einen ungepflegten Eindruck macht und am Hochkreuz durch einen durchgehenden Riss teure Reparaturen anstehen. Außerdem - so bemängeln sie - sind die Inschriften der Pastoren-Gräber direkt vor dem Kreuz kaum noch zu entziffern.

Die Reparaturen kosten laut Vereinsvorstand mehrere Tausend Euro. "Das Hochkreuz ist aus Liedberger Sandstein. Da muss ein Fachmann ran", sagt Rolf Schmier. Die Kosten könne der Heimatverein selbst nicht tragen, sie überschreiten schlichtweg das Budget des Vereins. Und auch die Pflege des Denkmals falle den Mitgliedern immer schwerer, weil sich viele nicht mehr körperlich betätigen können. "Uns ist wichtig, dass der Friedhof erhalten bleibt. Auch wenn hier keine Menschen mehr beerdigt werden", erzählt Vereins-Archivarin Edith Carsjens. Sie regt an, neue Tafeln auf den Grabplatten der Pastoren Josef Thory (1868-1950), Karl Maximin Noethen (1825-1912) und Heinrich Gerhard Schmitz (keine Daten bekannt) zu montieren, damit die Daten weiter lesbar bleiben.

Die Stadt Korschenbroich teilt auf Anfrage mit, dass das Hauptaugenmerk der Pflege hauptsächlich auf die aktiven Friedhöfe gerichtet sei. Die Stadtpflege kümmere sich um insgesamt acht Friedhöfe, zusammengerechnet also um eine Fläche von rund 17 Hektar. Der Technische Betriebsleiter der Stadtpflege, Thomas Kochs, erklärt, dass das finanzielle Budget für die Pflege der Friedhöfe begrenzt sei. "Mit dem geringen Budget sind unter Wahrung stabiler Friedhofsgebühren nicht alle erhofften Maßnahmen zu realisieren."

Die Friedhofsgebühren könne die Stadt nicht dafür einsetzen, um das Denkmal in Kleinenbroich wieder in Schuss zu bringen. "Eine Unterstützung des Anliegens könnte höchstens aus allgemeinen Steuergeldern finanziert werden", sagt Thomas Kochs. Er regt an, Netzwerke für den baulichen Erhalt der Denkmäler zu bilden und sich Unterstützung etwa aus der Wirtschaft zu holen.

(cka)
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