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Korschenbroich
"Höf-lich" bringt die Kunst aufs Land

Korschenbroich: "Höf-lich" bringt die Kunst aufs Land
Vor dem Hüsgen-Hof in Kleinenbroich: Robert Jordan lädt zu Kunst auf Bauernhöfen mit "Mädchen im Gras"ein - einer Malerei von Jürgen Schmitz. Die neueste Aktion der KiK-Künstler - "Höf-lich" - ist für den 24. und 25. Oktober geplant. FOTO: KiK
Korschenbroich. Sechs Bauernhöfe im Stadtgebiet werden im Oktober zu einer Anlaufstelle für Künstler und Kunstliebhaber. Die KiK-Künstler, für ihre außergewöhnlichen Projekte bekannt, spannen mit der Aktion einen Bogen zur Landwirtschaft. Von Ruth Wiedner

KiK steht für Künstler in Korschenbroich. Die Initiative, vor sechs Jahren von Ideengeber und Kurator Robert Jordan ins Leben gerufen, ist bekannt für ihre außergewöhnlichen Events. Open-Air-Aktionen bei Vollmond auf dem ehemaligen Korschenbroicher Friedhof oder auf dem neugestalteten Rathaus-Vorplatz sind vielen Kunstfreunden noch in lebhafter Erinnerung. Zuletzt machten die KiKler das historische Liedberg zur Kunsthochburg und verwandelten Scherfhausen mit 32 Koffern in eine Kunstmeile. Am 24. und 25. Oktober geht's erneut hinaus aufs Land. "Wir bringen dieses Mal die Kunst auf den Bauernhof", sagt Jordan.

Doch hinter der Aktion mit dem trefflichen Namen "Höf-lich" steckt mehr als nur eine Ausstellung. "Wir verbinden Kunst mit der Landwirtschaft", erklärt Robert Jordan. "Wir haben uns bewusst für einen Ort entschieden, der sonst nichts mit Kunst zu tun hat." Dabei wollen die KiKler aber nicht nur den Charme der landwirtschaftlichen Betriebe nutzen. "Wir wollen das Thema Landwirtschaft aufgreifen und auf die strukturellen Veränderungen auf den Bauernhöfen hinweisen. Während heutzutage fast rund um die Uhr geöffnete Lebensmittelmärkte, Telefon, Internet und TV die tägliche Versorgung sichern, steht der Landwirt unserer Zeit vor ganz neuen, strukturellen,teilweise existenzbedrohenden Problemen", spricht Jordan den Konzeptgedanken zum Ausstellungsthema an. Dabei spielen Jahreszeiten, Vorratshaltung ebenso eine Rolle wie Marktzwänge und veränderte Produktionsabläufe.

Für die teilnehmenden Künstler wird "Höf-lich" zu einer neuen Herausforderung: In der für den 24. und 25. Oktober geplanten Präsentation wird mit dem Stilmittel der Bildenden Kunst ein bewusster Start in die dunkle Jahreszeit und das Erleben des Jahreskreises transformiert. "Höf-lich" schafft eine Synthese der künstlerischen Sicht mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft. Mit dem Kleinenbroicher Geflügelbauern Dirk Hüsgen, dem Kleinenbroicher Pferdebauern Josef Hülser, dem Schlicher Viehzüchter Willi Bertrams, dem Glehner Tulpenzüchter und Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt und dem Obstbauern Bruno Kallen, ebenfalls aus Glehn, sowie dem Pferde- und Bienenzüchter Franz-Josef Bolten aus Scherfhausen beteiligen sich sechs Betriebe an der zweitägigen KiK-Aktion.

"Die Bauernfamilien nutzen die Zeit, um sich und ihre Produkte vorzustellen", sagt Margret Strucken-Jordan, die mit Maria Löhrwald und Horst Schleicher die Höfe im Vorfeld besucht hat. Während die Zahl der Höfe mit sechs Landwirten und sieben Standorten bereits fix ist, können sich Künstler - auch Nicht-KiKler - noch bis zum 20. August bei Robert Jordan zur Teilnahme melden. Es können alte und neue Arbeiten gezeigt werden. Neu ist allerdings: Der Künstler muss einen textlichen Bezug der gezeigten Exponate herstellen.

Quelle: NGZ
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