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Korschenbroich
Hydrauliköl-Spur legt Ortskern von Korschenbroich lahm

Korschenbroich. Eine Radfahrerin (62) stürzte dabei gestern auf spiegelglatter Fahrbahn und verletzte sich. Von Gabi Peters

Feuerwehr, Polizei und Mitarbeiter einer Spezialfirma sind gestern Morgen zu einem Großeinsatz ausgerückt. Ausgelaufenes Hydrauliköl auf dem Kopfsteinpflaster im Ortskern von Korschenbroich stellte die Einsatzkräfte vor eine fünfstündige Herausforderung. Auf der Hindenburgstraße und der Sebastianusstraße hatte das Öl für spiegelglatte Fahrbahnen und Sperrungen gesorgt. Eine 62 Jahre alte Radfahrerin stürzte laut Polizei auf der glitschigen Fahrbahn. Sie wurde verletzt und kam ins Krankenhaus.

Ausgerechnet eine geplante Reinigungsaktion hatte in Korschenbroich für die Verschmutzung gesorgt. Denn eigentlich sollte nach dem Oktoberfest auf dem Matthias-Hoeren-Platz mit einer Kehrmaschine wieder alles schön sauber gemacht werden. Doch an der Kehrmaschine gab es einen Defekt, und der sorgte dafür, dass Hydrauliköl auslief. "Das ist zähflüssig wie Quark und hat einen extrem rutschigen Film gebildet", sagte Frank Baum, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Korschenbroich. Zunächst habe das Reinigungs- und Entsorgungsunternehmen selbst versucht, die Ölspur zu beseitigen. Die defekte Kehrmaschine war nicht mehr einsatzbereit und musste abgeschleppt werden. Ersatzfahrzeuge wurden geschickt.

Doch um 10 Uhr musste die Feuerwehr alarmiert werden, weil sich der glitschige Film hartnäckig hielt. Auch die Wehrleute streuten die Ölspur, die sich mittlerweile durch darüberfahrende Autos breit verteilt hatte, großflächig mit speziellem Bindemittel ab. Gegen Mittag sah es im Ortskern aus, als habe es geschneit. Doch auch das weiße Bindemittel, das von der Feuerwehr mit Besen eingearbeitet wurde, zeigte noch nicht die gewünschte Wirkung. Die Straßen waren immer noch rutschig. "Für normale Ölspuren reichen unsere Mittel, für dieses Hydrauliköl nicht", sagte Baum. Um das Kopfsteinpflaster zu reinigen, musste eine Spezialfirma herbeigerufen werden. "Das Unternehmen hat ein spezielles Öl-Saug-Fahrzeug. Mit ihm wird ein Wasser-Chemie-Gemisch auf die Straße gesprüht und gleich wieder eingesaugt", erklärte Frank Baum. Das Unternehmen habe auch Möglichkeiten zu testen, ob das Pflaster vollständig gereinigt ist. Von einer folgenschweren Umweltverschmutzung ging der Feuerwehr-Chef gestern Nachmittag nicht aus. Wegen des Ausmaßes der Verschmutzung orderte das Unternehmen gleich ein weiteres Fahrzeug, um die Straßen zu reinigen. Um 14 Uhr hieß es, der Einsatz werde noch drei bis fünf Stunden dauern.

Insgesamt 34 Kräfte von den Löschzügen Korschenbroich und Herrenshoff waren gestern Morgen im Stadtkern im Einsatz. Die Polizei sicherte die Reinigungsarbeiten und sperrte den Straßenbereich bis in die späten Nachmittagsstunden ab. Zu großen Verkehrsproblemen sei es aber nicht gekommen, sagte ein Sprecher der Polizei im Rhein-Kreises Neuss.

Die Radfahrerin, die auf glatter Fahrbahn an der Ecke Hindenburgstraße/Sebastianusstraße gestürzt war, konnte das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung leicht verletzt verlassen.

Quelle: NGZ
 
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