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Korschenbroich
Jedes Jahr von Glehn zum Apostelgrab

Korschenbroich: Jedes Jahr von Glehn zum Apostelgrab
Anna Berndt (32) und Theo Esser (79) pilgern seit Jahren bei den Trier-Wallfahrten der St.-Matthias-Bruderschaft Glehn mit. Nachwuchsprobleme gibt es nicht, auch Jugendliche sind zur Firmvorbereitung bereits dabei. FOTO: L. Berns
Korschenbroich. St.-Matthias-Bruderschaft wallfahrtet regelmäßig nach Trier. Wir stellen den ältesten Pilger und eine junge Pilgerin vor. Von Carsten Sommerfeld

Der Stock - ein Ast mit den Unterschriften vieler anderer Trier-Pilger - ist ein mehr als 30 Jahre altes Erinnerungsstück für Theo Esser aus Steinforth. Der 79-Jährige begibt sich im Oktober auf seine 44. Wallfahrt nach Trier. Jedes Jahr organisiert die St.-Matthias-Bruderschaft der Pfarre St. Pankratius mehrere Wallfahrten nach Trier zum Apostelgrab des Heiligen Matthias. Nach 70-jähriger Pause hatten sich die Glehner Matthias-Pilger 2003 neu formiert. Nachwuchsprobleme kennen sie nicht. Zu den Jüngeren der mehr als 100 Pilger, die nach Trier aufbrechen, gehört Anna Berndt aus Glehn (32), stellvertretende Vorsitzende des Pankratius-Rates der Gemeinde.

Trotz des Generationsunterschiedes - die Beweggründe des 79- und der 32-Jährigen ähneln sich. Beide kamen über Freunde zur ersten Wallfahrt. "Beim Pilgern kommt man aus dem Alltagstrott heraus, ist frei. Und man ist mit Gleichgesinnten zusammen, redet mit ihnen über Gott und die Welt", erzählt Esser, Vorstandsmitglied der Bruderschaft. Lieder, Gebete, Textvorträge und Diskussionen gehören zum Programm während des 225-Kilometer-Fußmarsches von der Glehner Kirche bis Trier.

Das nächste Mal machen sich über 30 Pilger am 4. Oktober auf die sechstägige Fußwallfahrt. Übernachtet wird bei Familien oder in Hotels. Ein erhebendes Gefühl sei es, "wenn uns der Pilgerpater in Trier empfängt und wir in die Basilika einziehen", sagt Esser.

Anna Berndt macht bei der "Jungen Wallfahrt" für Menschen ab 18 mit kürzerer Wanderroute mit. Die Tour startet in Gerolstein. Was ist für sie das Besondere am Pilgern? "Man schaltet vom Alltag ab. Und man schaltet für einige Tage das Handy aus, lebt ohne WhatsApp und Facebook", erzählt die Software-Entwicklerin. Bis zu 225 Kilometer zu Fuß können anstrengend sein. Doch Vorbereitungsmärsche kennt Theo Esser nicht: "Ich bin jeden Tag zu Fuß unterwegs. Bevor ich mich beispielsweise ans Steuer des Bürgerbusses setze, gehe ich von Steinforth-Rubbelrath nach Glehn." Einziger Tribut des Alters beim Pilgern: "In diesem Jahr nehme ich erstmals Stöcke mit - wegen meiner Knie", sagt Esser. Den alten Holzstock habe er zum Wandern nicht gebraucht.

Etwa 15 Paar Turn- und Wanderschuhe hat er seit 1980 auf dem Weg nach Trier verschlissen. Nächstes Jahr will Theo Esser zum letzten Mal die lange 225-Kilometer-Tour mitgehen. Doch ans Aufhören denkt er nicht: "Ich pilgere dann bei den Senioren in Korschenbroich mit." Esser gehört auch der St.-Matthias-Bruderschaft dort an.

Und er sorgt für junge begeisterte Pilger. Vor einigen Jahren organisieren Franz Münch und er erstmals eine Trier-Fußwallfahrt für Firmlinge aus St. Pankratius und St. Stephanus Grefrath. "Es ist toll zu hören, wie begeistert die Jugendlichen von der Wallfahrt berichten", so Esser.

Quelle: NGZ
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