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Korschenbroich
Junger Landwirt verrät sein Tulpen-Geheimnis

Korschenbroich: Junger Landwirt verrät sein Tulpen-Geheimnis
Philipp Wappenschmidt auf einem der Tulpen-Felder. Nur wenige dieser bunten Frühlingsblüher landen allerdings zur Dekoration beim Endkunden. FOTO: a. tinter
Korschenbroich. Die Blumen stehen auf den Glehner Feldern in voller Blüte. Philipp Wappenschmidt erklärt, worauf es beim Anbau wirklich ankommt. Von Christian Kandzorra

Sie bringen frische Farben und den Frühling ins Wohnzimmer: Tulpen. Ob gelb, rot, lila oder orange-gelb - die "Königin der Frühlingsblüher" entfaltet jetzt ihre volle Pracht. "Die Nachfrage nach Schnitttulpen ist wegen des verhaltenen Wetters in diesem Jahr groß, bei vielen Menschen kommt erst langsam Gartenstimmung auf", sagt Landwirt Philipp Wappenschmidt aus Glehn. Die farbenfrohen Tulpen blühen bei ihm aktuell auf mehreren Parzellen, insgesamt auf rund acht Hektar - und sorgen bei vielen Betrachtern für staunende Blicke.

Dabei landet nur ein kleiner Teil der Tulpen tatsächlich zur Deko auf dem Wohnzimmertisch. "Der Schwerpunkt liegt bei uns auf der Zwiebelvermehrung für den anschließenden Treibhausanbau", erklärt Philipp Wappenschmidt.

Im Freilandanbau hat er gemeinsam mit seinem Vater, Kreis-Landwirt Wolfgang Wappenschmidt, mehr als 30 Sorten gepflanzt, die verschiedene Formen und Farben haben und zu unterschiedlichen Zeiten in voller Blüte stehen. "Dabei handelt es sich um Sorten, die in dieser Region besonders gut wachsen", erklärt der 36-Jährige. An der Spitze des Tulpenanbaus stehen mit etwa 80 Prozent der Weltproduktion die Niederlande, wo Tulpen aufgrund der klimatischen Verhältnisse besser wachsen und stabilere Erträge liefern.

In Deutschland ist der Rhein-Kreis das Hauptanbaugebiet für Tulpenzwiebeln. "Echte Schnittblumen sind nur eine Sparte im Freilandanbau. Was für uns als landwirtschaftlichen Betrieb interessant ist, ist die Vermehrung", betont Wappenschmidt und erklärt, wie diese genau funktioniert: "Die Tulpen werden in diesen Tagen in voller Blüte geköpft, damit die Energie bis zur Ernte in der ersten Juni-Hälfte ins entscheidende Zwiebelwachstum fließt." Im Juni werden die Zwiebeln laut Philipp Wappenschmidt geerntet und im weiteren Verlauf gereinigt, sortiert und eingelagert, ehe sie im Oktober wieder neu verpflanzt werden.

Die Tulpen, die die Wappenschmidts ab Anfang Januar im Treibhaus zur Blüte bringen, werden knospig geerntet und täglich frisch zur Blumenversteigerung nach Straelen-Herongen (Kreis Kleve) gebracht, so dass die Blume erst beim Endverbraucher in voller Blüte steht.

"Eine normale Tulpe hält etwa sieben Tage lang. Deshalb werden sie schon dann verkauft, wenn die Blüte noch gar nicht richtig aufgegangen ist", erklärt der Glehner, bei dem der Tulpenanbau auf eine lange Familientradition zurückgeht. Schon sein Großvater hatte 1955 mit dem Tulpenanbau begonnen, sein Vater weitete das System in den vergangenen Jahren kräftig aus.

"Der Tulpenanbau ist deutlich komplizierter, als viele Menschen denken", sagt Philipp Wappenschmidt, in dessen Wohnzimmer natürlich auch eine Vase mit den bunten Blumen steht. Ein echter Tulpen-Klassiker sei übrigens die gelbblühende Sorte "Strong Gold", die durch gute Proportionen und eine lange Haltbarkeit besonders attraktiv für den Anbau ist.

Quelle: NGZ
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