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Korschenbroich
Käufer garantiert Erhalt der Gaststätte

Korschenbroich: Käufer garantiert Erhalt der Gaststätte
FOTO: Ilgner Detlef
Korschenbroich. Der Gasthof Deuss hat einen neuen Besitzer. Er will den Platanengarten erhalten und den Traditionsbetrieb sanieren. Zudem plant er den Bau von zwei Häusern mit jeweils sechs Wohnungen. Die Investition liegt bei drei Millionen Euro. Von Ruth Wiedner-Runo

Die Spekulationen haben ein Ende: Der Gasthof Deuss hat als sozialer Kommunikationspunkt eine Zukunft. Für die nächsten sechs Wochen - und damit auch über die Schützenfesttage - ändert sich in der Pescher Traditionsgaststätte zunächst nichts. Ein Korschenbroicher Investor, der bereits im Vorjahr die alte Sparkasse an der Hindenburgstraße vor dem Abriss gerettet hat, konnte sich für Gaststätte und Grundstück begeistern.

Der Notarvertrag ist unterschrieben. Damit wird nach 148 Jahren der Besitzerwechsel Ende Oktober perfekt. Während Conny Deuss-Michel noch für einen Übergangspächter sorgen will, werden sich der Architekt Joachim Hein und ein Gastro-Planer Gedanken über die Komplett-Sanierung und die weitere Nutzung des 3140 Quadratmeter großen Areals zwischen der Kleinenbroicher Straße, der Kapelle und der Pfarrkirche St. Marien machen.

Der Familienbetrieb Deuss wechselt nach 148 Jahren den Besitzer: Ein Investor aus Korschenbroich will in Pesch drei Millionen Euro investieren - in Kauf, Sanierung des Gasthofes und in den Bau von zwölf Mietwohnungen. Der Platanengarten soll wie der Gasthof für Vereine und Bürger erhalten werden. FOTO: Wiedner-Runo/Archiv Ilgner

Der Investor ist Mitglied im Verein "Korschenbroich - unsere Heimat" und hat ein Faible für alte Bausubstanz. Günter Thoren lenkte als Vereinsvorsitzender vor wenigen Wochen seinen Blick auf die Pescher Traditionsgaststätte, wohlwissend, dass im Rathaus bereits ein fertiger Bauantrag eines Bauträgers aus Kaarst für drei Wohnblöcke vorlag. Thoren hat für den Korschenbroicher Unternehmer die Verhandlungen geführt. "Mittlerweile ist alles beurkundet. Der Verkauf kann abgewickelt werden", erklärt er im Gespräch. "Der neue Besitzer hat den Wunsch, die Gaststätte für Pesch als Mittelpunkt zu erhalten." Damit das "Zuschussgeschäft" - wie es Thoren formuliert - nicht so groß wird, werden Teile des Betriebes abgerissen, um Platz für zwei Wohnhäuser mit jeweils sechs barrierefreien Wohnungen zu schaffen. "Die Kegelbahn, der Schießstand, Anbauten, Ställe und Schuppen kommen weg", fasst Günter Thoren die Planungen für den Investor zusammen. Beide Häuser sollen von der Kleinenbroicher Straße aus zu erreichen sein.

Was sich planerisch im Pescher Ortsmittelpunkt baulich umsetzen lässt, wird derzeit in einem städtebaulichen Konzept festgeschrieben. "Ich will und kann der Politik nicht vorgreifen", erklärt der Beigeordnete Georg Onkelbach auf Anfrage. Er versichert aber: "Wir als Stadt werden prüfen, was sich dort künftig umsetzen lässt." Den Erhalt des alten Platanengartens begrüßt Onkelbach ausdrücklich: "Für ihn ist Bestandsschutz vorgesehen." Während Politik und Verwaltung für die Vorgaben noch einige Monate benötigen, steht aber - laut Onkelbach - "einer zeitnahen Sanierung des Gasthofes nichts im Wege". Der Betrieb wird innen und außen kernsaniert. Zunächst wird ein Pächter den Gasthof ab November weiterführen, bevor er für die Sanierung geschlossen wird. Bis zum Schützenfest 2017 soll alles fertig sein.

Für Conny Deuss-Michel war der Rückzug aus dem Familienunternehmen kein leichter Schritt: "Ich bin jetzt sehr zufrieden. Ich freue mich, dass die Gaststätte für Pesch erhalten bleibt. Das war mir und meinem Vater sehr wichtig."

Quelle: NGZ
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