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Korschenbroich
Karate-Kämpfer brauchen langen Atem

Korschenbroich: Karate-Kämpfer brauchen langen Atem
Nachwuchs unter den Kampfkünstlern: Moritz Brossog und Sabrina Mitscha zeigen ihre Techniken. Sie lernen im Verein "Dojo Heian", sich selbst zu verteidigen. Dabei ist ein hohes Maß an Konzentration gefragt. FOTO: lothar berns
Korschenbroich. Der Verein "Dojo Heian" betreibt Karate-Sport in Glehn. Fürs Training zog er nun in die Turnhalle an der Schule um. Von Christian Kandzorra

Ruckartig bringt Dieter Kothen seinen Körper in Kampfstellung. Dann folgt prompt ein lautes "Huaaa" - und Kothen kommt mit seiner geballten Faust eine Fingerbreite vor Achim Brünings Brustkorb zum Stehen. Das sieht verdammt gefährlich aus. Beide machen kurzzeitig einen angespannten Eindruck, bleiben aber standhaft. Keiner zuckt zusammen. "Bei Karate ist volle Konzentration gefragt", sagt Dieter Kothen, der genau wie Achim Brüning den schwarzen Gürtel trägt.

Beide haben mehr als 30 Jahre Erfahrung mit der vom Geist der Samurai geprägten japanischen Kampfkunst und sagen unisono: "Karate ist nicht nur Selbstverteidigung. Es geht darum, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen." Sie trainieren gemeinsam mit derzeit 25 weiteren Mitgliedern im Verein "Dojo Heian" (zu Deutsch: "Übungsraum des friedfertigen Geistes"), der jetzt von Steinforth-Rubbelrath in die Turnhalle an der Glehner Grundschule (Am Buscherhof) umgezogen ist.

Grund für den Umzug ist die Belegung der Steinforther Turnhalle durch Flüchtlinge. Karate-Kampfkünstler Dieter Kothen lobt die Stadtverwaltung für ihre rasche Hilfe: "Das Sportamt hat uns schnell den alternativen Trainingsplatz in Glehn vermittelt."

Durch den Umzug im 30. Vereinsjahr konnte "Dojo Heian" für die Jugendabteilung aber auch einige neue Mitglieder gewinnen. "Inzwischen ist Karate eine Randsportart. In Glehn und Umgebung ist sie aber immer noch sehr beliebt. Und zwar bei verschiedenen Altersgruppen", berichtet Kothen (48), der selbst in Steinforth wohnt.

Ihn reizt an Karate, dass die Sportart nicht nur den Körper, sondern auch den Geist fordert. "Oberstes Ziel bei Karate ist es, die volle Körperdynamik in die einzelnen Techniken zu bringen. Es geht darum, einen Kampf durch die Kraft des Mentalen für sich zu entscheiden."

Bei Karate handelt es sich also - anders als viele Menschen denken - nicht direkt um einen Verteidigungs-Sport. "Das Ziel ist, dem Angriff quasi zuvorzukommen", sagt Dieter Kothen. Dafür seien ein langer Atem und die Fähigkeit, sich auf einen Moment zu fokussieren, gefragt. Die Kämpfe fänden auf Distanz statt - und diese Distanz müsse ständig beherrscht werden. "Das unterscheidet Karate von Sportarten wie Kickboxen", ergänzt Achim Brüning. Als Träger des schwarzen Gürtels übernehmen beide Kampfkünstler auch Verantwortung für die Nachwuchs-Kämpfer im Alter zwischen neun und 14 Jahren, die samstags von 16.30 bis 17.30 Uhr in Glehn trainieren.

Jugendliche und Erwachsene üben sich donnerstags von 19 bis 20 sowie samstags von 17.30 bis 18.30 Uhr in richtiger Haltung, Atmung, Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Gewandtheit, Achtsamkeit und Selbstbewusstsein. "Wer mit Karate beginnen will, der muss sich einige komplexe Handlungsabläufe einprägen. Mir macht es großen Spaß, weil ich auch lerne, mich selbst zu verteidigen", erzählt Karate-Sportler Moritz Brossog (13) aus Schlich, der seit eineinhalb Jahren dabei ist. Falltechniken und Konzentration beherrscht er schon genauso gut wie Sabrina Mitscha (13) aus Steinforth. Beide tragen den gelb-orangen Gürtel - ein Mittelding zwischen dem weißen Gürtel (Anfänger) und dem schwarzen (Profi).

Quelle: NGZ
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