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Korschenbroich
Kieswerk verfügt über Reserven bis 2040

Korschenbroich: Kieswerk verfügt über Reserven bis 2040
Projektleiter Albert Richter (l.) und Werksleiter Michael Müller von der Firma Holcim zeigen das Kleinenbroicher Kieswerk auf einem Luftbild. FOTO: cka
Korschenbroich. Die Schweizer Firma Holcim ist jetzt Betreiber des Kleinenbroicher Kieswerks. Sie fördert dort jährlich 300 000 Tonnen Sand und Kies. Von Christian Kandzorra

Schwere Radlader bahnen sich ihren Weg durch die meterhohen Berge in der Lagerhalde des Kleinenbroicher Kieswerkes. Lkw werden beladen, unterschiedlich gekörnte Sand- und Kiessorten rieseln am laufenden Band in die Lagerstätte. Natürliche Rohstoffe wie diese sind stark gefragt und werden längst nicht nur in Betonfundamenten, Fliesen, Gläsern oder Pflastersteinen verarbeitet. Sogar in Zahnpasta finden sie als Schleifstoffe Verwendung.

Das Kieswerk Kleinenbroich zählt mit einer jährlichen Fördermenge von 300 000 Tonnen - gemeinsam mit den Werken in Willich-Schiefbahn und Kaarst - zu den wichtigsten Förder-Standorten für Baustoffe in NRW. Betreiber dieser drei Anlagen ist - nach einem Tauschgeschäft mit dem mexikanischen Unternehmen Cemex - seit kurzer Zeit die Schweizer Aktiengesellschaft Holcim, der derzeit größte Baustoffhersteller der Welt.

Der Abbau beschränkt sich seit 2011 auf ein zehn Hektar großes Areal südwestlich des bereits ausgekiesten Gebiets, aus dem in den vergangenen Jahren ein See entstanden ist, der komplett vom Grundwasser gespeist wird. "Genehmigt ist der Abbau dort noch für drei weitere Jahre", sagt Werksleiter Michael Müller. Danach müsse eine Erweiterung genehmigt werden.

Das komplizierte Genehmigungsverfahren wurde bereits in die Wege geleitet. "Festgeschrieben wird das Förder-Areal und alle Rahmenbedingungen wie etwa die anschließende Rekultivierung der Flächen im Regionalplan, der von der Bezirksregierung Düsseldorf aufgestellt wird. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch nach Ablauf der kommenden drei Jahre an diesem Standort weiter fördern können", sagt Albert Richter, Projektleiter bei Holcim. Das gesamte Gebiet verfüge über Rohstoffreserven bis in die Jahre 2035/2040. Sie stammen aus Ablagerungen des heutigen Rheins; dieser verlief vor rund 100 000 Jahren mit einem gewaltigen Strom bei Kleinenbroich.

Doch wie genau funktioniert der Abbau von Sand und Kies in der Anlage? "Wir fördern die Rohstoffe über einen GPS-gesteuerten, schwimmenden Greifbagger. Das ist nötig, weil die Gruben, die wir ausheben, schon ab einer Tiefe von ungefähr zwei Metern mit Grundwasser volllaufen", erklärt Michael Müller. "Interessant wird die Förderung für uns aber erst nach einigen Abraumschichten, etwa bei sechs Metern Tiefe." Das Grundwasser wie etwa im Braunkohlentagebau abzupumpen, lohne sich nicht für die vergleichsweise kleinen Kieswerke.

Nach diversen Siebprozessen gelangen Sand und Kies über Förderbänder quer über den ausgekiesten, knapp 50 Hektar großen und bis zu 25 Meter tiefen See zum Lager. Ein großer Teil der geförderten Rohstoffe (rund 55 Prozent) fließt direkt in die Betonproduktion, die über firmeneigene Betontürme in Mönchengladbach, Düsseldorf und Oberhausen erfolgt. Aber auch örtliche Bauunternehmen gehören zum Kundenstamm.

Quelle: NGZ
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