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Korschenbroich
Kirchenrat Volker Lehnert referierte zu Christentum und Islam

Korschenbroich: Kirchenrat Volker Lehnert referierte zu Christentum und Islam
War beim Zeitgespräch als Referent zu Gast: Volker Lehnert. FOTO: Jazyk
Korschenbroich. Es gibt viele Parallelen, aber auch einige gravierende Unterschiede zwischen Christentum und Islam. Kirchenrat Volker Lehnert beleuchtete bei einem Vortrag der Reihe "Zeitgespräche" im Korschenbroicher Gemeindezentrum neben Gemeinsamkeiten auch das Trennende der beiden Religionen.

Die mehr als 40 Zuhörer erfuhren im Gemeindezentrum von Mohammed, der im Jahre 570 nach Christus im heutigen Saudi-Arabien geboren wurde. Die dortigen Beduinenstämme verehrten damals eine Vielzahl von Göttern. Mohammed, der für seine deutlich ältere Frau als Geschäftsmann viel herumkam, hörte von den jüdischen und christlichen Handelspartnern, dass sie nur einen Gott anbeten. "Mohammed hat dann Stimmen gehört und seine Frau Chadidscha riet ihm, das, was er da hörte, weiterzusagen", erklärte Lehnert. Und er beschrieb, wie aus einer prophetischen Religion eine Ideologie wurde. Der Analphabet Mohammed ließ seine Offenbarungen ausschreiben, er fand in Medina - im Gegensatz zu Mekka - Anhänger. Sie sollten später in Mekka mit Waffen "Überzeugungsarbeit" leisten.

Volker Lehnert zeigte auch einige Gemeinsamkeiten zwischen Islam und Christentum auf: "Gott ist jeweils der Schöpfer, es gibt Gebote, die Auferstehung der Toten, ewiges Leben und das Jüngste Gericht." Mohammed, der sich rühmte, der Koran sei so etwas wie das aktuelle Update vom Worte Gottes, hatte vor allem Probleme mit der Kreuzigungsgeschichte. "Für ihn war Allah ein viel zu starker Gott, als dass er seinen Sohn hätte kreuzigen lassen", erklärte der Referent.

Mohammed, der in Mekka ein religionspolitisches Gemeinwesen aufbaute und damit den islamischen Glauben auch zu einem politischen System machte, hatte auch von der Gnade Gottes eine gänzlich andere Auffassung als die Christen: Für ihn bedeutete Gnade, von Allah eine Anweisung zur Gestaltung seines Lebens zu bekommen. Der Gnadenbegriff für die Christen ist da wesentlich weitgehender. "Gott hat unser Verhältnis zwischen ihm und uns durch Christus geheilt", erklärte Volker Lehnert weiter. Dieser Dissenz werde bleiben. Zudem ergänzte Lehnert: "Reichlich Meinungsverschiedenheiten gibt es aber auch unter den Muslimen selbst."

(barni)
 
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