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Korschenbroich
Klinik zeigt Premieren-Ausstellung

Korschenbroich: Klinik zeigt Premieren-Ausstellung
Welche Bilder sollen wo hängen? Diese Frage hat Inge Ulbricht beantwortet. Ihre Werke sind bis zum 3. Oktober in der Niederrhein-Klinik zu sehen. FOTO: IlG
Korschenbroich. Inge Ulbricht und Benedict Johnson stellen gemeinsam in der Niederrhein-Klinik an der Regentenstraße aus. Von Rudolf Barnholt

Benedict Johnson hatte bereits vor über zehn Jahren in der Niederrhein-Klinik ausgestellt, während Inge Ulbricht jetzt ihre allererste Ausstellung hat. Gemeinsam haben die beiden, dass sie jetzt zusammen ihre Werke im Reha-Foyer an der Regentenstraße 22 ausstellen. Darum lautet der Name der Ausstellung auch "Vernissage á deux". Sie ist noch bis zum Samstag, 3. Oktober, täglich von 10 bis 20 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Dass ihre Bilder nicht wirken wie von einer Anfängerin gemalt, dürfte mit ihrem Beruf zu tun haben: Die 53-Jährige arbeitet als Produktgestalterin. In der Niederrhein-Klinik zeigt sie jetzt Bilder, auf denen Kreise und Punkte dominieren. Das mag banal klingen, ist es aber nicht.

Inge Ulbricht legt sehr viel Wert auf Kreativität in die Oberflächengestaltung. Sie greift zu Ölfarbe und Lack, arbeitet mitunter Baumwollfäden ein und benutzt Pigmente. Die Farben trägt sie mehrschichtig auf. Bei genauem Hinsehen fällt auf, dass die aus der Entfernung monochrom wirkende Farbfläche aus einer Fülle unterschiedlicher Farben zusammengesetzt ist. Die 53-Jährige trägt zunächst einen transparenten Lack auf, es folgen weitere Lackschichten. Wenn die obere Lackschicht platzt, füllt sie diese Risse mit Ölfarbe aus. Die Entstehung von Rissen und Verletzungen durch das Platzen des Lacks entzieht sich der Planung und Steuerung der Künstlerin - das mag Inge Ulbricht, die ein sicheres Gespür dafür hat, welche Farben optimal miteinander harmonieren.

Benedict Johnson ist 48 Jahre alt. Er stammt aus Nigeria und arbeitete früher als Bankkaufmann. In Deutschland lebt er seit dem jahr 1991. Seine Bilder sind geprägt von Kontrasten - und wohl auch von seiner eigenen Biografie. Wenn er Sand aufträgt, könnte man meinen, er symbolisiere damit die raue Seite des Lebens.

Benedict Johnson malt ungegenständlich, nur hin und wieder sind schemenhaft Menschen zu erkennen. Im Vergleich zu früher scheinen Motive aus seiner Heimat an Bedeutung verloren zu haben.

Der 48-Jährige verarbeitet die Erfahrungen, die er in Europa gemacht hat. Viele seiner Bilder weisen eine Polarität auf, thematisieren das Positive ebenso wie das Negative, das man im Leben erfahren kann. Resignativ wirken seine Bilder aber nicht, sie sind kraftvoll und farbstark. "Ich habe hier schon viel positive Resonanz erfahren für meine Bilder", sagt der Nigerianer.

Quelle: NGZ
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