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Korschenbroich
Klinkerpflicht für neue Häuser in Glehn

Korschenbroich: Klinkerpflicht für neue Häuser in Glehn
FOTO: "Tinter, Anja (ati)"
Korschenbroich. Neue Häuser mit Putzfassade soll es im Glehner Ortskern nicht mehr geben. Das Ortsbild mit viel Ziegelmauerwerk soll gewahrt bleiben. Von Carsten Sommerfeld

Die Stadt will für die Glehner Ortsmitte eine Gestaltungssatzung erlassen, mit der der Charakter des Ortsbildes gewahrt werden soll - insbesondere die vielen Häuser mit rotbraunem Ziegelmauerwerk prägen den Ortskern. Nach der Planungsausschusssitzung wurde der Entwurf überarbeitet. In zwei Punkten geht der aktualisierte Entwurf, der gestern bei der Stadt fertig wurde, über das frühere Papier hinaus. Ab 20. Juli können sich die Bürger dazu äußern.

Eine wichtige Änderung: Künftige Neubauten sollen auf der Straßenseite auf jeden Fall eine Fassade aus Ziegelmauerwerk oder Klinker-Verkleidung erhalten, im bisherigen Entwurf war auch eine - in der Farbe angepasste - Putzfassade möglich. Die Änderung erfolgte auf Vorschlag der CDU-Fraktion nach einer Bürgerversammlung zu dem Thema - die Glehner Union wollte damit das Meinungsbild ausloten. "Wir wollen bei neuen Häusern auf der zur Straße sichtbaren Seite keine verputzte Fassade, das passt nicht zum Ortskern", erklärt Wolfgang Kauerz, der Ratsherr ist Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Glehn. Unterstützung erhält der Vorschlag auch durch die SPD: "Das ist eine vernünftige Idee", erklärt Ratsherr Albert Richter, der wie die CDU eine Satzung begrüßt: "Im Bereich der Haupt- und Kirchstraße und am Schützenplatz stehen viele alte, interessante Häuser. Da soll nicht ein Bild entstehen, das mit anderen Orten austauschbar ist."

Bei bestehenden historischen Bauten ist das ursprüngliche, unverputzte Ziegelmauerwerk zu erhalten. Das hat etwa bei der energetischen Sanierung mit Styroporplatten Auswirkungen. "Putzfassaden, zum Beispiel als Resultat einer energetischen Sanierung, sind nicht zugelassen", betont Beigeordneter Georg Onkelbach. Ebenfalls nicht erlaubt sein sollen - wie in den aktuellen Entwurf eingefügt wurde - Photovoltaikanlagen auf Dächern zur Straßenseite hin.

In der CDU-Versammlung waren die Folgen der Satzung auf solche Umbaumaßnahmen diskutiert worden. Die Mehrheit der 40 Teilnehmer war für eine Gestaltungssatzung, so mancher aber befürchtete eine "Überregulierung", "Wir wollen nicht überregulieren, sondern das Ortsbild erhalten", betont Kauerz. So setzt sich die CDU dafür ein, dass beim Bau von Dachgauben auf der Hausrückseite Bauherren mehr Gestaltungsfreiraum bekommen als bislang vorgesehen.

Eine Entscheidung zur Satzung steht noch aus. "Der Entwurf wird vom 20. Juli bis 20. August im Verwaltungsgebäude an der Don-Bosco-Straße 6 öffentlich ausgelegt", sagt Onkelbach. In dieser Zeit können Bürger Anregungen und Bedenken äußern. Im September befasst sich damit der Planungsausschuss.

Quelle: NGZ
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