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Korschenbroich
Konrad Beikirchers rheinischer Blick in Richtung Süden

Korschenbroich: Konrad Beikirchers rheinischer Blick in Richtung Süden
Gestenreich untermalt Beikircher sein Bühnenprogramm. FOTO: Jörg Knappe
Korschenbroich. Konrad Beikircher ist bekannt für seinen liebevoll ironischen Blick auf Sprache und Mentalität des Rheinländers im Allgemeinen. Im aktuellen Programm "Passt schon" aber richtete der Kabarettist mit Südtiroler Wurzeln den Blick auch Richtung Süden. Er sinnierte über Luther und einen Strauß von Jubiläen, wie 70 Jahre NRW und das preußische Gastspiel vor 200 Jahren. Der Kabarettist mäanderte wortreich durch seine Themen, kam nach rheinischer Art vom Hölzchen auf´s Stöckchen und hielt doch den roten Faden im Visier. Von Angela Wilms-Adrians

So auch bei der umfassenden Begrüßung in der Aula des Gymnasiums, wo er 1990 abseits von Bonn sein "erstes aushäusiges Engagement" hatte. Ironisch streifte der inzwischen 71-Jährige das Älterwerden, als er sagte: "Als ich das letzte Mal hier war, waren Sie da. Davor Ihre Eltern". Schon damals sei im Ort der "Düvel" losgewesen, so Konrad Beikircher. Er punktete mit seinen Kenntnissen im Korschenbroicher Kulturprogramm und der Liebeserklärung: "Korschenbroich ist für mich nicht irgendwo, sondern etwas Besonderes." Mit einem Hang zu den speziellen Besonderheiten des rheinischen Dialekts differenzierte Konrad Beikircher genüsslich die vier rheinischen "G"s, die wie "j", "ch", "sch" und "r" gesprochen werden. Von hier fand er zu Zungenbrechern rund um das "wunderbare Mönchengladbacher G" und von da aus weiter zum kleinen Stück des Heiligen Tischtuchs im Münster-Schatz und zum Letzten Abendmahl an eben diesem Tuch in eigenwilliger Umdeutung des Johannes-Evangeliums.

Doch dieses Mal hielt sich Konrad Beikricher nicht nur in den rheinischen Gefilden auf. Im Lutherjahr, das die evangelische Kirche gerade feiert, blickte er als "normal Glaubender" auf den Reformator und dessen Spracherneuerung. Was wäre gewesen, wenn Luther gebabbelt hätte oder Schwabe gewesen wäre, fragte der Kabarettist rhetorisch, um anschließend lustvoll durch die Regionalsprachen zu streifen und darüber bis in die Südtiroler Heimat, nach Bayern und Österreich vorzustoßen. Am Ende kehrte er wieder mit komödiantischen Vertellchen ins rheinische Universum zurück, und das war dann wohl eher nach dem Herzen seiner Korschenbroicher Zuschauer, als der Blick darüber hinaus in die "weite" Welt.

Quelle: NGZ
 
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