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Korschenbroich
Korschenbroicher besuchen Äthiopien

Korschenbroich. Der Verein "VfB-SOS 95" unterstützt Kinder in Not. Jetzt sammelten Mitglieder Eindrücke in Afrika. Von Rudolf Barnholt

Der Verein "VfB-SOS 95" steht vor dem erfolgreichsten Jahr seiner Geschichte. Vor drei Jahren hatte der Korschenbroicher Verein mit seiner Spende über 73.000 Euro ein Haus in Hawassa in Äthiopien unterstützt - es war die dritte Hausstiftung. Die VfB-SOS-Paten Manfred Boldt aus Gummersbach, Michael Braasch aus Windeck und Egon Schuh, der zugleich Vorsitzender des Vereins ist, besuchten jetzt beide Kinderdörfer in Äthiopien. Sie nahmen viele interessante Eindrücke mit. Der Verein vermittelt seit Kurzem nicht nur Patenschaften: Er stellt auch Kontakte her zu Menschen, deren wirtschaftliche Situation mit einer Saatgutspende oder der Anschaffung von Ziegen beziehungsweise einer Kuh entscheidend verbessert werden kann. Die Kinderdörfer werden natürlich weiter gefördert: Erst im April überreichte Egon Schuh dem SOS-Vorstandsvorsitzenden Wilfried Vyslozil eine Spende von exakt 41.478 Euro. In der zweiten Jahreshälfte strebt der Verein außerdem die Vermittlung der 400. Patenschaft an.

Egon Schuh achtet auch auf Kleinigkeiten: So fiel ihm auf, dass an dem von seinem Verein finanzierten Gebäude in Hawassa endlich eine Stiftertafel angebracht worden ist. Die Eindrücke von der Äthiopien-Reise sind ansonsten eher zwiespältig. "Der Lebensstandard ist in den vergangenen zehn Jahren nicht gestiegen, ein Handwerker verdient umgerechnet rund 40 Euro im Monat", berichtet Schuh. Dass ganz Äthiopien ausgedörrt ist, kann der 69-Jährige nicht bestätigen: "Es war alles sehr grün, lediglich im Norden, Richtung Eritrea, herrscht Trockenheit. Was ins Auge fällt, sind die riesigen Blumenplantagen. Dort schuften vor allem Frauen - für 28 Euro im Monat." Bei den Kindern in den Kinderdörfern handele es sich hauptsächlich um Aidswaisen. "Ihre Bildung wird großgeschrieben", so Schuh. Viele ehemalige SOS-Kinder hätten erfolgreich ihr Studium abgeschlossen.

Der Korschenbroicher Verein hilft jetzt auch Familien mit einem Agrar-Hilfsprogramm. "Denn eine Kuh kostet umgerechnet 480 Euro und ist für die Landbevölkerung damit unerschwinglich", erzählt Egon Schuh - dasselbe gelte auch für Ziegen. Erste Erfolge mit den Hilfsprogrammen sind bereits zu verzeichnen: So konnten für Familien in Ruanda sechs Milchkühe gekauft werden, außerdem Saatgut für insgesamt 1500 Euro.

Der Verein hat derzeit 398 Patenschaften vermittelt - pro Jahr kommen rund 18 neue hinzu. Auf allzu schnelles Wachstum legt der Verein keinen Wert. Wichtiger ist Kontinuität. Paten müssen bereit sein, "ihren" Kindern über Jahre hinweg zu helfen. Das will gut überlegt sein. Denn nur so kann der Verein effektiv arbeiten und den Menschen ein besseres Leben ermöglichen.

Quelle: NGZ
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