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Korschenbroich
Kräutersegnung in St. Andreas

Korschenbroich. Der alte Brauch wird am 21. August in der Pfarrkirche wieder lebendig.

Die Kräutersegnung ist ein Dank für schützende Kräfte und zugleich ein Fest der Sinne: Kräuter sehen hübsch aus, verströmen oftmals einen intensiven Geruch und versprechen heilende Wirkung. So wird denn auch zum Gottesdienst am Sonntag nach Maria Himmelfahrt der Altar in der Pfarrkirche St. Andreas reich mit Kräutern geschmückt sein.

Die Predigt wird das Thema aufgreifen, und die Gemeinde wird Marienlieder singen. Denn Kräutersegnung und Marienfest bilden eine Einheit. Dazu haben mehrere Legenden beigetragen. Eine davon besagt, dass die Apostel in Marias Grab keinen Leichnam fanden, sondern duftende Blumen und Kräuter.

Seit zwölf Jahren macht sich Michael Manns immer am Tag vor der Kräutersegnung auf den Weg, um auf Feldern und im Wald eine reiche Auswahl der heimischen Kräuterarten zu finden. Inzwischen kennt der Korschenbroicher die Stellen. "An der Klippertzmühle gibt es Majoran noch und noch. Wenn der getrocknet ist, riecht er wunderbar", erzählt der 71-Jährige, dem das Fest seit Kindertagen vertraut ist. "Damals brachte jeder einen Kräuterstrauß mit, und jeder Strauß war grundverschieden. Heute binden wir die Kräuter, die wir verschenken, bitten aber auch die Gläubigen, eigene Sträuße mitzubringen", erzählt er. In hiesiger Mundart heißt ein solcher Strauß "Kruutwöösch" (Krautbusch) und ist ein Gebinde von zwölf zarten Blumen. Die Zahl variiert von Region zu Region, ist aber immer Teil eines symbolischen Zahlenspiels, wie hier für die zwölf Apostel.

Wie vielerorts, war auch in Korschenbroich die Tradition der Kräutersegnung, deren Wurzeln ins zehnte Jahrhundert nach Christus zurückreichen, irgendwann abgebrochen. Seitdem der Brauch in der Pfarre St. Andreas vor zwölf Jahren wiederbelebt wurde, engagiert sich Michael Manns für diese besondere Fest. Unterstützt wird er von den Gemeindemitgliedern Birgit Barth, Gerda-Marie Pauen und Käthie Gründel.

Manns schätzt die langjährige Tradition des kirchlichen Brauchs. Das Fest kommt auch seiner Naturverbundenheit und der Leidenschaft fürs Kochen entgegen. Er mag die Würze und die dekorative Seite der Kräuter, weiß aber auch um deren gesundheitsfördernde Wirkung. In einen der zurückliegenden Gottesdienste trug Manns die Kräuterlitanei vor, die in einer Auflistung von 17 heilenden Pflanzen Salbei gegen Halsentzündung, Wermut für die Leber und Schafgarbe für eine blutreinigende Wirkung empfiehlt. Wegen solcher Kräfte sind Kräuter für viele Gläubige Zeichen der Schöpfung Gottes.

(anw)
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