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Korschenbroich
Kreisverkehr am Tunnel rückt in weite Ferne

Korschenbroich: Kreisverkehr am Tunnel rückt in weite Ferne
Um die Kleinenbroicher Verkehrsachse Holzkamp/Püllenweg zu entlasten, plant die Stadt den Bau eines Kreisverkehrs: Einen Verkauf der Pferdewiese gibt's für Eigentümer Josef Lütterfelds nicht. Er besteht auf Erbpacht. FOTO: Reichartz
Korschenbroich. Pläne für den Tunnel Holzkamp und einen Kreisel liegen auf Eis. Zuschüsse werden nicht abgerufen, weil Grundstücksverkauf stockt. Von Ruth Wiedner

Die Unterführung Holzkamp gehört zu den Hauptverkehrsadern in Kleinenbroich. Die Abdichtung ist defekt, die Fahrbahn durchfeuchtet. Zudem soll im Rahmen der Sanierung ein Kreisel die Hauptverkehrsader Holzkamp/Püllenweg deutlich sicherer machen. Die Komplett-Maßnahme ist mit 1,4 Millionen Euro kalkuliert. Das Land stellt der Stadt einen Zuschuss von 60 Prozent der Gesamtsumme in Aussicht, allerdings läuft das Förderprogramm im Spätherbst aus. "Wir könnten sofort durchstarten", hatte der Beigeordnete Georg Onkelbach bereits vor zwei Monaten auf Anfrage unserer Redaktion erklärt. Getan hat sich seither aber nichts. Der Grund: "Die Grundstücksverhandlungen stocken."

Die Stadt Korschenbroich benötigt für die Umsetzung des geplanten Kreisverkehrs eine Fläche von exakt 500 Quadratmetern. "Wir wollen für die Kleinenbroicher Bürger die relativ befahrene Kreuzung im Bereich Holzkamp/Püllenweg entschärfen", sagt Bürgermeister Heinz Josef Dick auf Anfrage. Die stockenden Grundstücksverhandlungen will Dick im Detail nicht kommentieren, sagt aber ganz deutlich: "Bei der Wiese handelt es sich um Gewerbegebiet und nicht um Bauland. Wir müssen uns mit dem Eigentümer über den Preis einigen." So wie Bürgermeister Dick Gesprächsbereitschaft signalisiert, spricht Josef Lütterfelds (78) von nichts anderem. Er ist im Besitz der 500 Quadratmeter großen Wiese, die er derzeit noch für seine Pferde nutzt. Lütterfelds ist auf dem Bauernhof geboren. Und so hat der rüstige Senior, der keinen Nachfolger für seinen Hof hat, auch ganz konkrete Vorstellungen von dem Grundstücksgeschäft mit der Stadt: "Sie kann die 500 Quadratmeter für den Kreisverkehr und die Freifläche von 3800 Quadratmeter vor dem Netto-Markt in Erbpracht übernehmen." Zudem will Lütterfelds, dass die Stadt die 130 Meter lange Planstraße auf ihre Kosten endlich realisiert und damit die Lücke im Püllenweg schließt. Seine starre Haltung begründet Lütterfelds mit Meinungsverschiedenheiten zur Hoferweiterung, die noch bis in die Amtszeit von Stadtdirektor Willi Esser - bis in die 90er Jahre - reichen.

Bürgermeister Heinz Josef Dick sieht darin keine Gesprächsbasis: "Erbpacht ist für uns keine Option. Ich kann keine Straße auf Erbpachtboden bauen." Und weiter fragt Dick: "Wozu soll die Stadt eine Gewerbefläche von 3800 Quadratmetern kaufen, die sie nicht benötigt? Wir reden lediglich über 500 Quadratmeter." Für den Fall, dass Lütterfelds nicht verkauft, zieht Dick Plan B aus der Schublade: "Dann wird nur die Unterführung saniert und wir verzichten auf den Kreisverkehr." Dass so die Möglichkeit des Landeszuschusses entfällt, kann Dick aktuell nicht verhindern.

Quelle: NGZ
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