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Korschenbroich
Kröten-Retter rechnen in diesem Jahr mit früherer Wanderung

Korschenbroich. Die Stadt Korschenbroich und der BUND helfen Erdkröten über die Myllendonker Straße. Der Auffang-Zaun ist 200 Meter länger als sonst.

Kaum Frost, nachts oft Temperaturen um acht Grad Celsius und längere Tage: Das sind ideale Bedingungen für Kröten, die in der Dämmerung zum Laichen zurück in ihre Geburts-Gewässer wandern. Die Voraussetzungen dafür sind so gut wie gegeben - Experten rechnen durch den milden Winter damit, dass die Tiere in diesem Jahr deutlich früher wandern.

Damit die Kröten ihre Wanderung überleben, helfen ihnen in Korschenbroich Mitarbeiter der Stadt und Helfer des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) über die Myllendonker Straße. "Die Straße liegt zwischen dem Myllendonker See und dem Golfclub mit einigen Teichanlagen, wo sich viele Kröten den Winter über im Schlamm eingraben und sich vor dem Frost schützen", erklärt Theo Verjans. Er ist bei der Stadt zuständig für den Naturschutz sowie die Landschaftspflege und rechnet in diesem Jahr wie 2015 mit bis zu 450 Kröten, die bald in Richtung See aufbrechen.

Weil es sich bei der Myllendonker Straße um eine Kreisstraße handelt, hat das Tiefbauamt des Rhein-Kreises Neuss dort einen Kröten-Schutzzaun errichtet. Der ist mit einer Gesamtlänge von rund 1000 Metern etwa 200 Meter länger als in den Vorjahren. "Wir haben dort 2015 ein größeres Aufkommen festgestellt. Deshalb mussten wir einen längeren Zaun aufstellen", sagt Verjans.

In regelmäßigen Abständen überprüfen Mitarbeiter der Stadt, ob schon Kröten auf der Suche nach einem Schlupfloch am Zaun entlang wandern. "Sobald die ersten Kröten gesichtet werden, lassen wir unsere Auffang-Eimer in die Erde", erklärt Theo Verjans. Die Tiere sollen so vor Fahrzeugen geschützt werden. "Morgens kontrollieren dann unter anderem unsere Mitarbeiter, die derzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren, die Eimer. Abends und am Wochenende übernehmen Mitglieder des BUND diese Aufgaben. Die Kröten werden dann gezählt, im Eimer über die Straße gebracht und auf der anderen Seite wieder freigelassen."

Theo Verjans lobt die gute Zusammenarbeit mit dem BUND und dem Kreistiefbauamt: "Die Absprachen funktionieren sehr gut, wir machen das ja schon ein paar Jahre." Bei den wandernden Tieren handele es sich überwiegend um heimische Erdkröten. "Diese Art kommt hier am häufigsten vor", sagt Theo Verjans. Fast alle der Amphibien wanderten im Herbst übrigens wieder zurück zum Golfplatz - dann allerdings sehr sporadisch über Monate verteilt.

(cka)
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