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Korschenbroich
Künstler konzentrieren sich aufs Leben

Korschenbroich: Künstler konzentrieren sich aufs Leben
Sie ist eine von 18 Mitgliedern der kreativen Gruppe "Künsterler in Korschenbroich" (KiK), die im Kulturbahnhof ausstellen: Brigitte Schalenberg. FOTO: Ilgner
Korschenbroich. 18 Mitglieder der Gruppe "Künstler in Korschenbroich" stellen noch bis zum 18. Juni im Korschenbroicher Kulturbahnhof Arbeiten zum Thema "Spurensuche. Mut zur Verantwortung" aus. Zu sehen sind Foto- und Computerkunst, Malerei und Objekte aus unterschiedlichen Materialien. Von Rudolf Barnholt

Interessant ist auch das Rahmenprogramm: Rita Mielke geht am Sonntag, 28. Mai, ab 11.30 Uhr, auf literarische Spurensuche. Am 11. Juni können die Besucher im Kulturbahnhof auf einer Leinwand eigene Spuren hinterlassen. Dabei wird der Chor des Seniorenzentrums Azurit singen. An allen Sonntagen gibt es Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke. Pfingsten bleibt das Museum geschlossen.

Das bekommen die Ausstellungsbesucher zu sehen: Museumsleiterin Hilla Baecker hat mit ihrem Foto eine Schwangerschaft thematisiert. Ein klassischer Fall von Mut zur Verantwortung aus Sicht der Eltern. Die Frau bleibt anonym, ihr deutlich gewölbter Bauch scheint in gleißendes Licht gehüllt zu sein. Ganz anders arbeitet Birgit Neuhaus. Ihr Werk besteht aus unzähligen Papierröllchen, wobei keines wie das andere ist. Die menschliche Silhouette ist von einer gewissen Entfernung aus deutlich erkennbar.

"Kann Spuren von Leben enthalten", steht an dem Lindenstamm von Sonja Kreuzer. Sie hat diesen Stamm zwar mit silberner Farbe verkünstlicht, an mögliches Leben erinnern jedoch die vielen von Holzwürmern hervorgerufenen kleinen Löcher. Mit "Signalrot" macht Thomas Puttin auf sein Bild aufmerksam. Ein Fließband und ein Förderturm scheinen zu mahnen, den fälligen Strukturwandel im Ruhrgebiet verantwortungsvoll zu gestalten. Marina Lörwald hingegen bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Es geht um die digitale Welt und ist eine Warnung: "Wir sollen aufpassen, was die Medien mit uns machen", sagt die Künstlerin.

"Das Huhn, das Ei, die Quälerei" heißt es bei Hubertine Wingerath, die ihr Bild der geschundenen Kreatur widmet. Huhn, Ei und eine Batterie sind miteinander verbunden, symbolisieren, dass das Tier längst Teil einer Zucht-Maschinerie geworden ist. Der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt ist auch bei Gabriela Drees-Holz Thema. Ihre Objekte - Auto-Eier aus Glas - mit unterschiedlichen Inhalten bestückt, greifen unter anderem die Elektromobilität auf. "Christiana Schwarz thematisiert die digitale Welt. Sie wählte die digitale Bildcollage für eine Auseinandersetzung mit der globalen Vernetzung", erklärte Kunsthistorikerin Angela Wilms-Adrians in ihrer Eröffnungsrede. Gisela Schmachtenberg-Scherlitzki nennt ihr Szenarium "Hoffnung". Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht eine Schwangere, umgeben von vertrockneten Blüten und Trümmern ihres bisherigen Lebens. Der Betrachter kann nur hoffen, dass alles besser wird.

Jessica Zugehör geht mit ihrem Ei-Tempera-Bild sehr romantisch auf Spurensuche. Ihre in sanftes Licht getauchte Seenlandschaft gibt den Blick frei auf aufgetürmte Kieselsteine - vielleicht stehen sie symbolisch für die Steine, die man im Laufe seines Lebens beiseite räumen muss, weil sie einen am Fortkommen hinderten.

Quelle: NGZ
 
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