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Korschenbroich
Künstlerin bringt Farbe ins Korschenbroicher Rathaus

Korschenbroich: Künstlerin bringt Farbe ins Korschenbroicher Rathaus
Kunstrundgang im Technischen Rathaus: Bis zum 30. November sind dort Werke von Marlies Blauth zu sehen. FOTO: Rauplod
Korschenbroich. Bis zum Montag, 30. November, lädt Marlies Blauth aus Meerbusch wochentags zum Kunstrundgang ein. Von Rudolf Barnholt

Nach Angel Richter und Michael Beckers sorgt jetzt Marlies Blauth dafür, dass Farbe in den Ratssaal kommt. Die 1957 in Dortmund geborene Künstlerin, die unter anderem bei Bazon Brock studiert hat, zeigt in Korschenbroich jetzt acht Bilder. Die wollen gründlich betrachtet und entdeckt werden.

Die in Meerbusch lebende Künstlerin weiß, dass der Betrachter auf einem Bild "etwas aus seinem Alltag wiedererkennen möchte": Damit spielt sie ein wenig, denn nicht selten trügt der Schein, etwas als einen bestimmten Gegenstand identifizieren zu können. Marlies Blauth liebt den schmalen Grad zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Sie malt so, dass der Betrachter zu Assoziationen fähig ist, ob diese nun berechtigt sind oder nicht.

Nicht auf den ersten Blick ersichtlich: Die Künstlerin arbeitet sehr experimentell. Ihre Linolschnitte druckt sie mit den Farben, mit denen sie auch malt, nämlich mit Acryl- und Ölfarbe. Warum diese Kombination? "Ich mag es, wenn die Farben pastellig, aber auch leuchtend rüberkommen. Das geht nur so." Oft erfolgt zunächst eine Untermalung mit Acrylfarbe, die die Künstlerin zum Teil abschleift. Die Richtung des Schleifens mit seinen Spuren setzt Marlies Blauth gestalterisch ein. Dann greift sie zur Ölfarbe, trägt sie sehr fein auf.

Gerne kombiniert sie auch die Zustände "Ruhe" und "Dynamik" in einem Bild. Allgemeiner ausgedrückt sind es die Verbindungen von Gegensätzen, die Marlies Blauth mit Vorliebe in ihre Werke packt. Da ist zum Beispiel ein Bild, auf dem auf sehr abstrakte Weise gerade noch Steine im Wasser erkennbar sind. Die Steine symbolisieren das Statische, das Wasser das Bewegliche.

Bewegung drückt sie durch große Farbtupfer aus. Manchmal mischt sie Sand unter die Farbe. Einige ihrer Exponate lassen sich auf den ersten Blick als Landschaftsimpressionen identifizieren. Es scheinen Ansichten vom Niederrhein zu sein, das Milchige, das Verschwommene deuten darauf hin.

Manchmal möchte die Künstlerin auch nur eine Stimmung einfangen. Da ist etwa ein Bild ganz in Rot. Die Assoziation an Feuer ist naheliegend. Die vielen Farbtupfer könnten einen Funkenflug darstellen. Das Auge des Betrachters kann sich in ihren Bildern verlieren.

Die Ausstellung im Rathaus ist an den Werktagen bis zum 30. November zugänglich.

Quelle: NGZ
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