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Korschenbroich
L 382: Reitstall-Pächter will Tempolimit

Korschenbroich: L 382: Reitstall-Pächter will Tempolimit
Die Markierungen vom letzten schweren Unfall an der Kreuzung Willicher Straße/Pastoratsstraße sind noch gut zu sehen: Der Reitstall-Pächter Rudi Gerlach beobachtete an diesem Punkt schon mehrfach brenzlige Situationen. FOTO: kandzorra
Korschenbroich. Rudi Gerlach fordert für die Willicher Straße ein durchgehendes Tempolimit von 70 Kilometern pro Stunde. Die Gründe: schwere Unfälle und schlecht einsehbare Kreuzungen. Die Stadt will eine neue Geschwindigkeits-Begrenzung prüfen. Von Christian Kandzorra

Freie Fahrt, Tempolimit 100: Spätestens wenn sie am Schild mit der grau durchgestrichenen "70" vorbei sind, geben einige Fahrer auf der Willicher Straße zwischen Raderbroich und Schiefbahn richtig Gas. Auf einer Strecke von rund 1,2 Kilometern haben sie freie Fahrt - in beide Richtungen. Genau in der Mitte dieses Abschnitts befindet sich die Einmündung in die Pastoratsstraße. Ein kleiner asphaltierter Weg, der auch zum Reitstall von Rudi Gerlach führt. Der 78-Jährige sagt: "Viele Reiter trauen sich nicht mehr die Straße zu überqueren, um auf den gegenüberliegenden Feldweg zu kommen."

Der Grund: Die kleine Kreuzung ist zumindest aus Richtung Schiefbahn kommend schlecht einzusehen. "Und der Bremsweg nur etwa 100 Meter lang", sagt Gerlach. "Das ist bei 100 Kilometern pro Stunde oft viel zu kurz." Der Korschenbroicher fordert deshalb eine Reduzierung des Tempolimits auf 70 Kilometer pro Stunde für die gesamte Willicher Straße.

Das nicht nur, weil Reiter mit ihren Tieren schnellstens über die Landstraße galoppieren müssen, um nicht erfasst zu werden. "Auch weil hier allein in diesem Jahr schon zwei schwere Unfälle passiert sind", betont Gerlach. Der letzte Unfall in dem langgezogenen Kurvenbereich liegt erst drei Wochen zurück: Wie die Polizei mitteilte, wollte ein 75-Jähriger auf seinem Fahrrad die Willicher Straße überqueren und wurde dabei von einem VW-Bully erfasst. Mit schweren Verletzungen wurde er mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

Ein anderer Unfall mit zwei Schwerverletzten ereignete sich Anfang März an der selben Stelle. "Eine 28-Jährige wollte an der Kreuzung nach links einbiegen. Der dahinter kommende Fahrer übersah dies und fuhr auf", berichtet Kreispolizei-Sprecher Hans-Willi Arnold.

Von einer sogenannten Unfallhäufungsstelle spricht Arnold nicht. "Die Ursachen waren unterschiedlich, und in den vergangenen drei Jahren passierten dort lediglich zwei Unfälle."

Zwei Unfälle mit Schwerverletzten. Das will Rudi Gerlach nicht einfach so hinnehmen, er hat deshalb den Landesbetrieb "Straßen NRW" eingeschaltet. Doch als Baulastträger kann dieser genau wie die Polizei nicht einfach neue Schilder aufstellen. "Zuständig ist die Stadtverwaltung", sagt Angela Minke von "Straßen NRW". Bei einer Änderung müsse die Stadt den Landesbetrieb sowie die Polizei anhören und bei Zustimmung entsprechende Maßnahmen anordnen.

Genau das könnte bald passieren. Wie der zuständige Tiefbau-Amtsleiter Christoph Herchner mitteilt, sind Geschwindigkeitsmessungen für den betreffenden Bereich an der Willicher Straße vorgesehen. Auf Grundlage der Ergebnisse soll dann eine Entscheidung mit Landesbetrieb und Polizei getroffen werden.

Die Mess-Termine an der Straße werden von der Korschenbroicher Stadtverwaltung nicht bekanntgegeben, um die Ergebnisse nicht zu verzerren.

Quelle: NGZ
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