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Korschenbroich
Land mag Verkehr nicht beruhigen

Korschenbroich. Verkehrsberuhigende Maßnahmen für die Korschenbroicher Ortsdurchfahrt lehnt der Landesbetrieb Straßenbau ab. Daran ändert auch der geplante Ausbau der Landstraße 381 nach Mönchengladbach nichts. Mit den Plänen zur Ortsumgehung L 19n für Ruckes ist die Stadt aber zufrieden. Von Holger Hintzen

Könnten Leitplanken zählen, hätten die an der Friedrich-Ebert-Straße viel zu tun. Mehr als 12 000 vorbeirollende Autos könnten die Planken täglich registrieren. Heute. In zehn Jahren werden es noch einmal 1500 bis 1600 mehr sein, erwarten Verkehrsingenieure. Diese Prognose ist allerdings noch mehr als vorsichtig. Denn sie hat den geplanten vierspurigen Ausbau der Landstraße zwischen Mönchengladbach und Korschenbroich noch nicht berücksichtigt.

Wird die Landstraße ausgebaut, donnern in zehn Jahren sogar 14 300 Autos über die Korschenbroicher Ortsdurchfahrt. Zahlen, die Anwohner nicht gerade entzücken, den Landesbetrieb Straßenbau aber kalt lassen. Von Korschenbroich geforderten Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung hat der Betrieb jetzt eine klare Absage erteilt. Einziges Zugeständnis: Sollte die Straßendecke erneuert werden müssen, wolle man einen Asphalt auftragen, der den Lärmpegel um zwei Dezibel senke.

Weniger problematisch ist aus Korschenbroicher Sicht dagegen ein zweites größeres Straßenbauprojekt: die L 19n, die bei Neersbroich beginnen, an der A 44-Auffahrt bei Otzenrath enden und den Nord-Süd-Verkehr künftig um Giesenkirchen herumführen soll. Gegen den vom Landesbetrieb Straßenbau favorisierten Verlauf der geplanten Trasse über Korschenbroicher Gebiet haben Stadt und Politik nichts einzuwenden. Kein Wunder, denn bei dieser Variante beginnt die L 19n zwar bei Neersbroich, verläuft aber kaum über städtisches Territorium südwärts an Ruckes vorbei.

Wie es von dort weiter geht zu A 44 kann den Korschenbroichern ziemlich egal sein, nicht aber der Gemeinde Jüchen, über deren Gebiet ein großer Teil der Strecke führt. Sie wünscht sich eine Trasse, die zwischen Giesenkirchen und Waat verläuft – und keine südlich von Waat. Denn eine solche Südschleife, so die Sorge der Jüchener, trüge den Verkehr auf der Umgehung unnötigerweise auch näher an die Orte Neuenhoven, Wey und Dürselen heran.

Stark machen will sich Korschenbroich freilich dafür, dass es im Bereich "Am Trietenbroich" eine Zufahrt zur L 19n gibt. Das wäre erstens "komfortabel", meint Beigeordneter Rudolf Graaff. Und zweitens würde es Anlieger entlasten. Denn ohne Anschluss am Trietenbroich, so fürchtet die Stadt, würden Autofahrer aus Mönchengladbach über Trietenbroich oder Krünsend zum Anschluss bei Neersbroich rollen und die Anwohner mit Lärm behelligen.

Die Frage des Landesbetriebs Straßen, ob ein zusätzlicher Anschluss am Trietenbroich gewünscht sei, hat die Stadt deshalb bejaht.

Quelle: RP
 
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