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Korschenbroich
Landschaftsfotografien aus der Antarktis

Korschenbroich: Landschaftsfotografien aus der Antarktis
Ergebnisse einer dreiwöchigen Kreuzfahrt: Michael Schopen stellt ab Sonntag unter anderem 23 Fotografien aus Patagonien und aus der Antarktis im Kulturbahnhof aus. FOTO: Isabella Raupold
Korschenbroich. Endlos und einsam sind die Landschaften Südamerikas und der Antarktis. Michael Schopen hat ihre Stimmungen in feinfühligen Fotos eingefangen. Sie sind ab dem morgigen Sonntag im Korschenbroicher Kulturbahnhof zu sehen. Von Marion Lisken-Pruss

Noch geht es geschäftig zu im Korschenbroicher Kulturbahnhof. Zwei Leitern stehen mitten im Raum sowie mehrere Kartons mit gut verpackten Fotografien. 23 Fotos müssen noch aufgehängt werden, bevor die Ausstellung "Endlose Einsichten" am Sonntag eröffnet. Dann zeigt Michael Schopen (Jahrgang 1957) ausgewählte Landschaftsfotografien, die er auf einer dreiwöchigen Kreuzfahrt von Chile bis zur Nordspitze der Antarktis aufgenommen hat.

Seit 40 Jahren ist die Fotografie sein Hobby, und sein Maschinenbau-Studium an der RWTH Aachen finanzierte er sich als Fotolaborant. Heute ist Schopen Professor und Dekan der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft. Doch die technische Perfektion spielt in seinen Fotos eine eher untergeordnete Rolle. Die Aufnahmen sind zwar am Computer aufbereitet. Aber sie können etwas, das für gute Fotos fast noch wichtiger ist: Sie erzählen Geschichten und vermögen das Auge des Betrachters zu fesseln.

Da das Wetter auf der Reise überwiegend bedeckt war, sucht man bunte Farben auf seinen Fotos vergeblich. Was ihnen keinen Abbruch tut - die vielen Grautöne erzeugen eine fast meditative Stimmung: So wie das monochrome Foto des gleißend weißen Eisbergs, dessen poröse Oberfläche von scharfen Bruchkanten durchzogen ist, und der sich im grauen Wasser spiegelt, während der Hintergrund in einem stufenlosen Grau verläuft. Nur die Linie, wo der Eisberg die Wasseroberfläche berührt, schimmert bläulich. Oder das Foto eines Leuchtturms auf einem Felsen im Beagle-Kanal im Süden Feuerlands, das die Weite und Einsamkeit der Landschaft einfängt. Das ist es, was Michael Schopen auf der Seereise umtrieb: die Auseinandersetzung mit der schier endlosen Landschaft.

Während der Kreuzfahrt habe er sich auf diese Einsamkeit einlassen können, sagt er. Seine Eindrücke hat er nicht nur in einem Reisetagebuch festgehalten, sondern auch in seinen Aufnahmen verarbeitet. Und so interessiert es ihn insbesondere, wie seine Fotografien auf die Ausstellungsbesucher wirken werden: "Was nimmt der Betrachter wahr, der die Antarktis nicht kennt? Wie empfindet jemand diese Endlosigkeit, wenn er sie nicht selbst erlebt hat?" Alle Exponate hat er ausführlich beschriftet: nicht nur mit den Aufnahmedaten wie Belichtungszeit und Blende, sondern auch mit geografischen und historischen Hintergründen. Darüber hinaus erläutert er, warum die meisten Eisberge in einem gleißenden Weiß leuchten: Weil die Luftbläschen im Eis das Licht in viele Richtungen streuen.

Für Roswitha Hermanns, stellvertretende Museumsleiterin, hat die Ausstellung mit Fotos der Antarktis einen ausgewählten Charakter. Barbara Romann, Vorsitzende des Korschenbroicher Heimatvereins, denkt schon an das nächste Ausstellungsjahr: "Wir haben uns das Thema Reise vorgenommen. Die Ausstellung stimmt schon darauf ein."

Quelle: NGZ
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