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Korschenbroich
Lehrer aus Syrien gibt Arabisch-Unterricht

Korschenbroich: Lehrer aus Syrien gibt Arabisch-Unterricht
Sie wollen Arabisch lernen, um sich besser verständigen zu können (v.l.): Hans-Peter Banken, Petra Köhnen und Sabine Beckmann. Der aus Syrien stammende Daniel Osman (r.) unterrichtet alle, die sich für die Sprache interessieren. FOTO: cka
Korschenbroich. Anfang vergangenen Jahres flüchtete Daniel Osman aus Syrien. Schnell hat der Englischlehrer die deutsche Sprache gelernt. Inzwischen erklärt er Korschenbroichern Grundlagen der arabischen Sprache. Das Ziel: Verständnis schaffen. Von Christian Kandzorra

Im ganzen Stadtgebiet geben ehrenamtliche Helfer Flüchtlingen Deutschunterricht, damit sie sich besser verständigen können und damit die Integration gelingen kann. Denn Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg. Auch Daniel Osman lernt die deutsche Sprache. Der 35-Jährige, der Anfang 2015 mit seiner Frau aus Syrien flüchtete, hat einen Faible für Sprachen: Der Lehrer hat bereits in Syrien als Englischlehrer gearbeitet und seit 2015 so gut Deutsch gelernt, dass er jetzt in Absprache mit dem Sozialamt der Stadt einen kostenfreien Kursus für Korschenbroicher anbietet, die Arabisch lernen wollen - also Daniel Osmans Muttersprache.

Einmal pro Woche dreht Osman in seinen Kursen den Spieß um und vermittelt Ehrenamtlern wie Sabine Beckmann oder Hans-Peter Banken aus Korschenbroich die Grundlagen der arabischen Sprache, die in mehr als 20 Ländern der Welt gesprochen wird. "Hocharabisch" steht dann zwei Stunden lang in einem Klassenzimmer der Realschule Kleinenbroich auf dem Plan. Das Ziel des 35-Jährigen: Er möchte Verständnis für die arabische Sprache schaffen, Einblick geben und die Verständigung fördern. Er sagt: "Die Sprache ist der Schlüssel für die Kultur."

Doch so einfach ist das mit der arabischen Sprache nicht. Das haben auch Sabine Beckmann und Hans-Peter Banken, die zu den ersten "Schülern" des 35-Jährigen gehören, schnell gemerkt. Sie geben Asylbewerbern ein- beziehungsweise zweimal pro Woche Deutschunterricht, interessieren sich aber auch für die Sprache, die viele der Asylbewerber sprechen. "Arabisch ist spannend. Eigentlich sogar spannender als europäische Sprachen", sagt Sabine Beckmann. Denn es gibt einige große Unterschiede: So schreibt man im Arabischen etwa nicht wie im Deutschen von links nach rechts, sondern umgekehrt von rechts nach links - und das, was im Deutschen das Präsens, also die Gegenwart ist, ist im Arabischen laut Daniel Osman eine Vergangenheitsform. Zudem sehen die Buchstaben im Arabischen ganz anders aus, und auch das Alphabet ist anders aufgebaut. Die arabische Sprache hat es also in sich. "Außerdem sind viele Buchstaben sehr schwer auszusprechen", ergänzt Hans-Peter Banken, der gerne besseren Kontakt zu Flüchtlingen haben möchte und sich für die arabische Sprache interessiert.

Gemeinsam mit Sabine Beckmann und der stellvertretenden Sozialamtsleiterin Petra Köhnen, die in Korschenbroich für die Belange der Asylbewerber zuständig ist, hat er jetzt die Grundlagen des Hocharabischen gelernt. "Wir haben mit sehr einfachen Vokabeln angefangen - etwa damit, Teile des menschlichen Gesichts wie Augen, Mund und Nase richtig auszusprechen und zu schreiben", erzählt Sabine Beckmann. Daniel Osman betont, dass sich sein kostenfreies Angebot an alle richtet, die gerne Arabisch sprechen möchten. "Jeder, der über 18 Jahre alt ist, kann zum Unterricht kommen", sagt er.

Quelle: NGZ
 
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