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Korschenbroich
Liedberg inspiriert junge Komponisten

Korschenbroich: Liedberg inspiriert junge Komponisten
Sie spürten im historischen Liedberg schöpferischen Impulsen nach: junge Kompositionsstudenten der Kölner Hochschule. Sie wollen ihre Werke im Rahmen einer Welturaufführung im September 2018 in Liedberg präsentieren. FOTO: Detlef Ilgner
Korschenbroich. Kompositionsstudenten spürten gestern im historischen Ortsteil schöpferischen Impulsen nach. Sie schreiben für die Reihe AvantGarten Liedberg ortsbezogene Kompositionen. Die Premiere ist für den 9. September 2018 geplant. Von Angela Wilms-Adrians

Einer klopfte sachte auf den Boden, ein anderer an die Wand und ein Dritter sprach leise. Dabei testete jeder aufmerksam die Akustik der kleinen Empore im Sandbauernhof. Der war gestern Treffpunkt für zehn Studenten des Fachs Neue Musik/Komposition der Kölner Hochschule für Musik und Tanz. Für die Musiker war es die erste Begehung, um Eindrücke für eine ortsbezogene Komposition zu sammeln. "Bei der Vorgabe ist mir die interaktive Verbindung zwischen Akustik und Kompositionsidee wichtig", sagte der Iraner Mazyar Kashian. In einer Welturaufführung werden sein Werk und die der Mitstudenten im Rahmen der Muziek Biennale Niederrhein zum vierten AvantGarten Liedberg 2018 uraufgeführt. Dann wird der Sandbauernhof zum Treffpunkt zu vier Musikstationen. Bei Regen findet die Veranstaltung im Schloss statt.

Zur ersten Begehung vibrierte die künstlerische Leiterin Brita Heizmann in erwartungsvoller Vorfreude. "Heute wird das Dorf zum privaten Ort des Komponierens", jubilierte sie im Vertrauen auf die Kompositionsstudenten der Klassen Michael Beil, Markus Hechtle und Brigitta Muntendorf. Zum Konzerttitel "No dead drop" erklärte Britta Heizmann: "Wir wollen Lebendigkeit, Vielfalt. Facettenreichtum, Qualität, und wir wollen eine neue Wahrnehmung für Neue Musik anstoßen."

Ein Wiedersehen gibt es mit dem Absolventen Matthias Krüger, der am vergangenen AvantGarten beteiligt war. Er wird mit eigener Komposition präsent sein und als Impulsgeber für Chormitglieder des Gymnasiums Korschenbroich: Sie sind aufgefordert, eine junge Art Neuer Musik zu schaffen, die auf der Wiese beim Friedhof Premiere haben wird. Das Drumherum soll minimalistisch sein. "Es geht um die Musik. Alles ist erlaubt. Ein Hund kann bellen, ein Kind lachen. Es gibt keinen Dirigenten", verrät Britta Heizmann. Sie deutet an, dass auf den Wegen zu den nächsten Stationen Musik durch Gartenhecken erklingen könnte. Die zweite Station im Garten der Künstlerin Gabriela Drees-Holz "gehört" Vladimir Guicheff Bogacz aus Uruguay. Das Ensemble Garage mit Flötistin Liz Hirst wird sein Werk interpretieren. Als Besonderheit verspricht Bogacz den Einsatz von Hirsts sehr tief klingenden Sub-Kontrabassflöte, vielleicht die einzige in NRW.

Vieles ist im Prozess und daher noch offen: So wird Camilo Sauvalle in einem Garten an der Schlossstraße verstärkte Gitarre spielen, während vielleicht dazu getanzt wird. "Wir müssen sehen, was wir noch machen müssen. Musiker sind heute oft Performer", sagt Koordinatorin Brigitta Muntendorf. Sie freut sich, dass mit den Studenten neun Nationalitäten vertreten sind und verspricht sich von ihnen für die ortsbezogenen Kompositionen einen gewaltigen Input. Für das Konzertende ist die Remise, der frühere Kutschen-Stellplatz, vorgesehen. Es werden die Arbeiten aller Komponisten zu hören sein. Um Zeit für Gespräche zu haben, sollen die Konzertabschnitte auf jeweils 20 Minuten begrenzt sein.

Quelle: NGZ
 
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