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Korschenbroich
Milan Thüer hat das absolute Gehör

Korschenbroich. Seit wenigen Monaten spielt der Zwölfjährige Cembalo und belegte bei "Jugend musiziert" Platz eins. Von Marion Lisken-Pruss

Blockflöte, Kontrabass, Klavier und Cembalo - während manche Schüler schon an einem Instrument verzweifeln, beherrscht Milan Thüer (12) aus Korschenbroich alle vier. Und das auf hohem Niveau: Beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" hat er einen ersten Preis in der Kategorie "Alte Musik" auf den Instrumenten Blockflöte und Cembalo gewonnen. Das Besondere an dieser Auszeichnung ist, dass Milan Thüer zu diesem Zeitpunkt erst knapp drei Monate lang Cembalo gespielt und es geschafft hat, in dieser kurzen Zeit Bundesniveau zu erreichen.

Erst nach dem Landeswettbewerb, der im März in Detmold stattfand, hat er sich zum ersten Mal an ein Cembalo gesetzt. "Die Schulmusikerin und Ensembleleiterin Marion Bleyer-Heck aus Mönchengladbach hat die Idee gehabt und mit uns ein neues Stück für zwei Cembali, Blockflöte und Violoncello einstudiert", erzählt Milan Thüer. Was folgte, waren anstrengende Wochen für die vier jungen Ensemblemusiker - mit Proben an den Wochenenden und in der Landesmusikakademie Heek während der Osterferien. Doch der Einsatz habe sich gelohnt, findet Milan Thüer: "Es hat Spaß gemacht", sagt er.

Klavier und Blockflöte spielt er bereits, seit er sechs Jahre alt ist. Vor 18 Monaten kam dann der Kontrabass hinzu. Denn der Zwölfjährige liebt Jazzmusik, und der Kontrabass hat sich beim Jazz als bedeutendes Instrument etabliert. Hier kann er improvisieren, während er bei der Alten Musik nach Noten spielt. Dass er seine Leidenschaft für Musik zum Beruf machen möchte, hat Milan, der in Mönchengladbach die Marienschule besucht, längst für sich entschieden. Ob er aber lieber Komponist wird oder Dirigent, weiß er noch nicht.

Die besten Voraussetzungen bringt er jedenfalls mit. Mit der Flöte, dem Kontrabass und dem Klavier beherrscht er Instrumente aus drei verschiedenen Instrumentenfamilien - was ihm zum Beispiel als Dirigent zugutekäme. Das absolute Gehör hat er ebenfalls entwickelt. Das bedeutet, dass er die Höhe eines beliebigen Tones bestimmen und richtig in ein Tonsystem einordnen kann, ohne dass er dazu einen Vergleichston - etwa aus einem Stimmgerät - benötigt.

Damit befindet sich Milan in bester Gesellschaft: Von Mozart, Bach, Chopin und Beethoven ist ebenfalls überliefert, dass sie über ein absolutes Gehör verfügten. Auch die Töne in seiner Umgebung kann er bestimmen - so wie das Geräusch des Rasenmähers, der draußen in einem Garten brummt: "Ein tiefes As", sagt er.

Quelle: NGZ
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