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Korschenbroich
Mit eigener Harfe zum Bundeswettbewerb angereist

Korschenbroich. Sophie Shen gewann zwei erste Preise bei "Jugend musiziert". Schwierig war der Transport ihres Zupfinstruments.

Nicht nur die Cembalistin Josephina Lucke (15) aus Herrenshoff hat zwei erste Preise beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" gewonnen, sondern auch die Harfenistin Sophie Shen (14) aus Korschenbroich. Sie wurde in den Kategorien "Harfenensemble" und "Alte Musik" ausgezeichnet. Doch damit nicht genug: Zusätzlich wurde ihr auch ein Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben verliehen.

Mit zum Bundeswettbewerb gereist war auch ihre Schwester Carolyn (16), die Jungstudentin an der Robert Schumann Musikhochschule in Düsseldorf ist und einen dritten Platz in der Kategorie "Violine solo" belegte. Die Anreise nach Kassel, wo der Bundeswettbewerb stattfand, geriet zu einer logistischen Herausforderung für die Familie: "Ich hatte meine eigene Harfe und den Klavierhocker dabei. Für meine Eltern war es Maßarbeit, die Harfe und die Violine und das gesamte Gepäck im Auto zu verstauen", erzählt Sophie Shen.

Dass sie dieses eher ungewöhnliche Instrument spielt, verdankt sie einem Zufall. "Die Mutter meiner besten Freundin hat mich auf die Idee gebracht", sagt sie. Den Ausschlag gab dann eine Harfenausstellung in der Musikschule Mönchengladbach: "Da waren Harfen in den Farben pink und grün ausgestellt. Das fand ich damals total cool", sagt Sophie. Da war sie sieben Jahre alt. Als sie dort auch die Saiten zupfen durfte, war klar, dass sie das Harfenspielen erlernen will.

Ein Ausnahmetalent sei sie aber nicht, meint die Preisträgerin bescheiden: "Ich bin eher ein Faulenzertyp und lese auch gerne, gehe schwimmen oder zum Kickboxen", verrät sie. Rund 45 Minuten Harfe übt sie pro Tag, wobei vor den Wettbewerben deutlich mehr Stunden zusammenkommen. Während sie sich dann mit Komponisten der Renaissance und des Barocks beschäftigt, hört sie in ihrer Freizeit ganz andere Musik. Im Moment schwärmt sie für die Boygroup "One Direction". Die Eltern der Schwestern kommen aus China, während sie selber in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Ob sie eine Karriere als Profimusikerin anstrebt, weiß die Schülerin, die die achte Klasse des Korschenbroicher Gymnasiums besucht, noch nicht. So viel steht aber fest: In naher Zukunft braucht sie eine neue Harfe mit fünf zusätzlichen Saiten.

(drlp)
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