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Korschenbroich
Mit Küchenkräutern den Trend pflanzen

Korschenbroich: Mit Küchenkräutern den Trend pflanzen
Bauernfamilie aus Glehn (v.l.): Frank, Paul und Anne Steinki halten für ihren Gemüseanbau stets Ausschau nach den neusten Trends. FOTO: Lothar Berns
Korschenbroich. Der Familienbetrieb Steinki hat sich auf Küchenkräuter spezialisiert. Frank Steinki (31) baut das an, was gerade angesagt ist. Er hat längst ein ein Gespür für die aktuellen Küchentrends entwickelt. Von Marion Lisken-Pruss

In vielen Rezepten taucht er auf, der Lieblings-Italiener streut ihn auf die Pizza mit Lachs und Zucchini, und als Salat zubereiten kann man ihn auch: Rucola. Im deutschsprachigen Raum war er als Rauke bekannt, bevor er in Vergessenheit geriet und unter seinem italienischen Namen wieder populär wurde. "Rucola hat in den letzten Jahren eine steile Karriere hingelegt. Vor zehn Jahren kannte ihn kaum jemand", sagt Frank Steinki (31). Der Landwirt und gelernte Gärtnermeister muss es wissen, denn er baut ihn an. Aktuell noch im Gewächshaus, später im Jahr, wenn es wieder wärmer wird, auch auf den Feldern.

In der vierten Generation arbeitet Frank Steinki im elterlichen Betrieb am Ortsrand von Glehn. Seine Großeltern hatten dort vor über 40 Jahren eine Zierpflanzen-Gärtnerei erworben und diese in einen Gemüsebaubetrieb umgewandelt. Seine Eltern haben sich dann auf den Anbau von Kräutern wie Dill, Petersilie und Minze spezialisiert. "Kräuter sind in, weil sie aus der Region stammen und für eine gesunde Ernährung stehen", sagt Frank Steinki. Kräuter anzubauen heißt aber auch, ein gewisses Gespür für Küchentrends zu entwickeln: "Wir halten die Augen offen und gucken, was gerade in den Kochrezepten angesagt ist oder in die Cocktails kommt. Im Moment ist Koriander im Kommen", so seine Einschätzung.

Auf diese Trends müsse man reagieren, um am Markt zu bleiben. Deshalb habe der Betrieb auch vor einigen Jahren damit begonnen, Rucola anzubauen. Würzig-herb duftet es in einem der großen Gewächshäuser, während drei Erntehelfer die Rucolablätter mit dem Küchenmesser abschneiden, vereinzelte gelbe Blätter abzupfen und den Salat dann mit einem Gummiband zu einem Bund zusammenbinden. Das wandert in eine Kiste, und die wiederum ist für den Düsseldorfer Großmarkt bestimmt.

Täglich verlassen mehrere tausend Bund Rucola und Küchenkräuter den Hof in Richtung Großmarkt. Und zweimal in der Woche sind Frank und sein Vater Paul Steinki dort an ihrem Stand vertreten. "Um Mitternacht fahren wir los und sind gegen sechs Uhr wieder zuhause", erzählt Paul Steinki. Auf dem Großmarkt kommen dann ihre Kunden vorbei - Großhändler, Gastronomiezulieferer und Marktbeschicker. Die haben die gelieferten Kräuter schon längst bei Frank und seiner Mutter Anne Steinki vorbestellt. "Unsere Kunden ordern vormittags, wir pflücken tagsüber und liefern nachts auf dem Großmarkt aus. So garantieren wir, dass alles frisch ist", erläutern sie.. Das bedeutet aber auch, dass sie sich jeden Tag aufs Neue um Bestellungen und Verkauf kümmern müssen. Damit die ganze Saison über Petersilie, Minze oder Dill auf den Feldern wachsen, säen sie kontinuierlich nach, was sie zuvor geerntet haben.

Quelle: NGZ
 
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