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Korschenbroich
Mit schnittigem Möbelstück zum Handwerkspreis

Korschenbroich: Mit schnittigem Möbelstück zum Handwerkspreis
André Halfes (links) arbeitet mit seinem Vater Thomas Halfes im elterlichen Betrieb Am Hommelshof in Korschenbroich. Bald beginnt der 19-Jährige sein Studium im Bereich Holzdesign in Münster. FOTO: Detlef Ilgner
Korschenbroich. Es gab eine Zeit, da träumte André Halfes davon, technischer Zeichner zu werden. Doch dann entdeckte der heute 19-Jährige während eines Schulpraktikums seine wahre Passion - und die gilt dem Schreinerhandwerk. Der bisherige Erfolg gibt ihm recht: Bei der Lossprechungsfeier der Tischler-Innung Mönchengladbach wurde André Halfes im Kreishandwerkerhaus jetzt als zweitbester Geselle seines Jahrgangs geehrt. Für sein Gesellenstück erhielt er den Sonderpreis "Gute Form". Von Angela Wilms-Adrians

Dafür hat er in seinem Ausbildungsbetrieb Alfons Mantz ein schnittiges Hängemöbel mit futuristischer Anmutung entworfen und gearbeitet. Im Inneren birgt es einen modernen Organizer, ebenfalls designt von André. Für die nach eigenen Entwürfen gearbeiteten Organizer mit Vorrichtung zum Aufladen des Handys hat André Halfes bereits ein kleines Gewerbe angemeldet, um die Selbstständigkeit zu proben.

Da er in der Realisierung des eigenen Designs seine berufliche Zukunft sieht, hat er sich für ein Studium in Holzdesign beworben. Er ist angenommen, und wird bald in Münster mit der Option, zeitgleich den Meisterbrief zu erwerben, erneut durchstarten. Die zum Studium gehörenden Fächer Betriebswirtschaft und Marketing werden ihn auf dem Weg in die geplante Selbstständigkeit unterstützten.

Vater Thomas Halfes freut sich über den Erfolg des Sohnes. Er freut sich umso mehr, als der Sohn den Weg für sich gefunden und gewählt hat und nicht auf Drängen der Eltern. Der Senior ist Schreinermeister und hat den Betrieb in zweiter Generation 1996 von seinem Vater übernommen. "Die Zeiten des Handwerkers mit dem Bleistift hinter dem Ohr sind vorbei", sagt er über die Veränderungen, wie er sie im Handwerk erlebt. Auch hier ist die Digitalisierung längst angekommen. Ohne Fertigkeiten in EDV und im Umgang mit computergesteuerten Programmen geht hier nichts mehr. Entsprechend verändern sich die Anforderungen, doch das Handwerk leidet an Image- und Nachwuchsproblemen. "Es gab Jahre, da hatten wir nicht eine Bewerbung. Die Jugend wird oft zum Studium gedrängt. Für viele ist das aber nicht der richtige Weg. Oft genug wären sie gute Handwerker", stellt der Schreinermeister fest. Er ist überzeugt, dass das Handwerk gute Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten bietet. Der 50-Jährige sieht mit Stolz, wie der Sohn seine Entwürfe übers Internet an die Kunden bringt. Für den Senior, der etwa spezialisiert ist auf Einbruchschutz und klassischen Möbelbau, steht dies beispielhaft für ein verändertes Selbstverständnis: "Wir sind noch Privatkunden orientiert. Bisher ist es üblich, dass der Kunde mit Wünschen zum Handwerker kommt. André wartet nicht, er geht mit seinen Ideen auf den Kunden zu."

Quelle: NGZ
 
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