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Korschenbroich
Mit Spritzer und Sprenkel verfeinert Gisela Fritze ihre Kunstwerke

Korschenbroich. Als Künstlerin ist Gisela Fritze eine Spätberufene. Bis Anfang 50 stand für die gelernte Modellschneiderin aus Büttgen die Familie im Mittelpunkt. Dann nahm sie sich die Zeit für ihre große Leidenschaft, die Malerei. Sie nahm unter anderem Unterricht bei Rose Köster, Renate Linnemeier und Veronika Roeder. Der Aufwand sollte sich lohnen: Seit 2011 ist sie bei den Kaarster Künstlern, außerdem ist sie Mitglied im Neusser Künstlerkreis - und viermal war sie bereits im Kaarster Sparkassen-Kalender mit jeweils einer Arbeit vertreten. Jetzt zeigt die 68-Jährige 67 Bilder im Foyer der Korschenbroicher Niederrhein-Klinik: Es ist übrigens ihre erste große Einzelausstellung.

Zu sehen sind überwiegend Landschaften: Es sind zu einem großen Teil Reiseimpressionen, die Gisela Fritze jetzt zeigt. Sie arbeitet schon gegenständlich, aber Details nicht groß heraus. Das wird nicht nur an den wenigen Menschen sichtbar, die in ihren Bildern auftauchen: Sie sind nur schemenhaft zu sehen. Der Künstlerin gelingt es, Stimmungen einzufangen, und dazu bedarf es keiner Fülle von Details. Manchmal genügen ihr die Aquarellfarben nicht: Dann gibt sie Strukturpaste und schwarze Lava dazu. Sie geht mit der Farbe eher sparsam um, was ihren Bildern guttut: So behalten sie die für Aquarelle so typische Leichtigkeit und Transparenz. An vielen kleinen Details erkennt man, dass Gisela Fritze ihr Handwerk beherrscht. Das ist zum Beispiel an den Spiegelbildern der Motive im Wasser erkennbar.

Die 68-Jährige stellt jetzt auch eine surrealistische Arbeit aus: Aus einem durch Trockenheit rissig gewordenen Wüstenboden wächst eine Riesenblume, die einen entsprechend großen Schatten wirft. Auch Arbeiten aus der Afrika-Serie sind zu sehen. Ausnahmeerscheinungen sind die vier Monotypen mit dem Titel "Jeu de couleur" ("Spiel der Farbe"). Die Künstlerin hat dazu die Farben auf eine Glasscheibe aufgetragen und dann ein Papier darauf gedrückt, das die Farbe aufnahm. "Den Reiz macht hier der Zufall aus, der Prozess ist nicht zu 100 Prozent steuerbar", erklärt Gisela Fritze. Formen ergeben sich wie zufällig, Spritzer, Sprenkel und Strukturen bilden ein überraschendes Ergebnis.

Info Die Ausstellung im Foyer der Niederrhein-Klinik, Regentenstraße 22, ist noch bis zum 6. Juni von 9 bis 20 Uhr zu sehen.

(barni)
 
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