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Korschenbroich
Mundart-Erhalt ist den Schützen ein Anliegen

Korschenbroich. Stadt und Bruderschaften haben gestern erstmals gemeinsam einen Empfang für mehr als 100 Ehrengäste ausgerichtet. Von Ruth Wiedner-Runo

Der Stadtschützenempfang am Pfingstmontag hat Tradition. Bezirksbundesmeister Horst Thoren macht das große Treffen von Oberschützen, Königen aus dem gesamten Stadtgebiet und mehr als 100 Ehrengästen immer wieder zu einem besonderen Ereignis. Das war auch gestern so. Allerdings hatten sich Stadt und Bruderschaften erstmals zu einem Event zusammengetan. Über Jahre hinweg war zunächst das Hannenhaus Ziel der Gesellschaft, danach war es ins Pfarrzentrum von St. Andreas gegangen. Die Premiere gestern wurde in der Alten Schule gefeiert. "Einfach gelungen", waren sich alle einig.

Bevor Bürgermeister Marc Venten alle Schützendelegationen und Ehrengäste namentlich begrüßte, stimmten die Korschenbroicher Alphörnbläser Reinhard Weyen, Stefan Fragen, Michael Hirnstein und Josef Hülser die Gäste mit Musik aus den Bergen auf Unges Pengste ein. Wofür Venten 30 Minuten benötigte, brauchte Sebastinaner-Präsident Peter Schlösser vier Worte: "Alle sind herzlich willkommen." Er scherzte: "Das ist der Unterschied zwischen einem Präsidenten und einem Stadtoberhaupt."

Das Schützenwesen in Deutschland ist seit 2015 als Kulturerbe anerkannt. Angestoßen hatten den Kulturerbe-Antrag seinerzeit die drei Korschenbroicher Bruderschaftsfreunde Horst Thoren, Ansgar Heveling und Ralf Heinrichs. Jetzt soll eine weitere Initiative folgen - nämlich eine zum Erhalt der Mundart. Thoren nutzte gestern Mittag den Empfang zu einem ersten Vorstoß. "Die Mundart ist vom Aussterben betroffen. Wir müssen und wollen sie erhalten", sagte er und verpackte dieses Anliegen geschickt als Auftrag an die anwesenden Politiker: "Die Landtagsabgeordneten Lutz Lienenkämper und Jochen Klenner werden Armin Laschet fragen und die Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling und Günter Krings sprechen die Kanzlerin an." Mit Applaus wurde der Vorstoß quittiert. Dass der Rhein-Kreis Neuss mit von der Partie ist, bekundete Landrat Hans-Jürgen Petrauschke mit heftigem Nicken.

Zuvor hatte Bezirksbundesmeister Thoren das Leitmotiv "Glaube, Sitte, Heimat" um die Begriffe "Pfingsten, Plattdeutsch und Plopp" ergänzt. Wer mit dem Plopp noch nichts anzufangen wusste, dem hielt er die Bügelflasche von Bolten entgegen. Das akustische Lebenszeichen war unüberhörbar.

Quelle: NGZ
 
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