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Korschenbroich
Neuer Orchester-Chef mit frischen Ideen

Korschenbroich: Neuer Orchester-Chef mit frischen Ideen
Er ist der Neue fürs Stadtorchester: der Profimusiker Thomas Lindt. Er will an dem Schwerpunkt festhalten, aber auch Orchester und Musikkapelle enger zusammenführen. Sein nächster Auftritt ist beim Neujahrsempfang am 3. Januar. FOTO: Ilgner
Korschenbroich. Thomas Lindt ist jetzt der erste Mann beim Stadtorchester Korschenbroich. Nach 21 Jahren Dirigentschaft übergab Wilhelm Junker den Taktstock. Lindt will den sinfonischen Schwerpunkt weiterführen, aber auch neue Akzente setzen. Von Angela Wilms-Adrians

"Die Blasmusik hat in den zurückliegenden Jahren unheimlich an Zuspruch gewonnen. Inzwischen gibt es Kompositionen, die extra für Blasmusik geschrieben wurden - tolle Werke. Die will ich in den Mittelpunkt rücken", sagt Thomas Lindt. Zudem will er die nahezu identische Besetzung von Stadtorchester Korschenbroich und Musikkapelle Kleinenbroich verzahnen und für den Klangkörper optimieren.

Beim Stadtorchester ist der sinfonische Schwerpunkt längst gegeben, während die Musikkapelle stärker in das soziale Leben integriert und auf traditionelle Blasmusik spezialisiert ist. In gemeinsamen Proben sollen beider Stärken ausgebaut und für die Musiker optimiert werden. Schließlich will Lindt die Präsenz des Orchesters erhöhen und neben dem traditionellen Jahreskonzert im Oktober weitere Auftritte anbieten. Kontakte zu anderen Kulturschaffenden, wie zum Verein "Korschenbroich liest" und den Kirchenchören, sollen neue Netzwerke schaffen.

Der Impuls zum Stabwechsel kam von Vorgänger Wilhelm Junker, der sich nun verstärkt dem Orchesternachwuchs widmet. Nach 21 Jahren Orchesterleitung fand Wilhelm Junker es sei an der Zeit, mit dem Dirigentenwechsel frischen Wind ins Ensemble zu bringen. "Ich wusste vorher, worauf ich mich eingelassen habe. Das Orchester hat einen fantastischen Klangkörper", sagt Thomas Lindt, der nach einem klassischen Musikstudium als selbstständiger Musiker, Produktmanager im Softwarebereich und Inhaber eines Musikverlags tätig ist. Zu den Orchesterstationen des Posaunisten zählen die Bonner Beethovenhalle und der Kölner Gürzenich. Er gründete das Blechbläserquintett "International Brass", in dem auch Wilhelm Junker spielt.

Neben konkreten Plänen hat Lindt auch Träume: Am liebsten wäre ihm eine größere Besetzung der Holzblasinstrumente - sein "Wunschtraum" Englisch Horn. Von den Hörnern könnten seiner Meinung nach sowieso nie genug da sein. "Das sind Instrumente, die den sinfonischen Klang noch runder machen", fasst Thomas Lindt die Wirkung zusammen. Ein großer Vorteil der Blasmusik sei die Besetzung, die für sinfonische Musik geeignet ist, aber auch für die der Big Band. "Das eröffnet uns Möglichkeiten, alle Genres zu bedienen", hebt er begeistert hervor. Beim Programm liegt ihm neben der niveauvollen Auswahl eine generationenübergreifende Mischung am Herzen. "Dafür müssen wir mit dem Publikum sprechen und differenzieren. Hörgewohnheiten ändern sich. Meine Eltern mochten die Hellwigs. Ich bin mit Queen aufgewachsen", so der Musiker. Beim nächsten Jahreskonzert soll "Gulliver on tour" als Storytelling aufgeführt werden und das Programm zum "Pomp and Circumstances" unter Einbeziehung der Besucher enden. Zum Neujahrskonzert am 3. Januar, 17 Uhr, treten die Musiker unter Lindts Leitung als Musikkapelle Kleinenbroich in grünen Uniformen in der Aula des Gymnasiums auf. Geplant sind eine Festfanfare und die Strauß-Polka "Donner und Blitz".

Quelle: NGZ
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