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Korschenbroich
Niers-Aue: Baupläne werden offengelegt

Korschenbroich: Niers-Aue: Baupläne werden offengelegt
Das Gebiet "An der Niers-Aue" zwischen der L 31, der L 381 und der Gilleshütte ist 21 Hektar groß, wovon 17,6 Hektar mit insgesamt 400 bis 500 Wohneinheiten in zwei Schritten bebaut werden. FOTO: 3D Architekten
Korschenbroich. In der Zeit vom 21. Oktober bis zum 21. November liegen die Entwürfe im Korschenbroicher Rathaus aus. Bürger können dann Bedenken und Anregungen vortragen. Rechtskräftig wird der Bebauungsplan erst Anfang 2017. Von Marion Lisken-Pruss

Das Bauvorhaben "An der Niers-Aue" geht in die nächste Runde. In seiner letzten Sitzung beschloss der Planungsausschuss gegen die Stimmen der FDP, die Pläne offenzulegen. Die sogenannte Offenlage ist Teil des Bebauungsplan-Verfahrens. Das heißt, dass die Entwürfe mittlerweile so weit gediehen sind, dass die Einwohner sie einsehen und ein weiteres Mal Anregungen und Einwände zu Protokoll geben können. Vor der Abstimmung hatte Hanne Wolf-Kluthausen (FDP) den Umgang mit den zukünftigen Bewohnern des Baugebiets als respektlos bezeichnet. Grund hierfür sei der Lärmpegel durch die L 31 und die L 381. "Der liegt laut Gutachten nur geringfügig unter der Schwelle zur Gesundheitsgefährdung und wird mit steigendem Verkehrsaufkommen noch zunehmen", sagte Hanne Wolf-Kluthausen. In der Diskussion fielen deutliche Worte. Sogar von einer "preiswerteren Ecke für ärmere Leute" war die Rede.

Das Thema Lärm nahm auch zu Beginn der gemeinsamen Sitzung des Planungs- und des Umweltausschusses breiten Raum ein, als die Stadtverwaltung über die aktuelle Planung informierte: Das Gebiet zwischen der L 31, der L 381 und der Gilleshütte ist 21 Hektar groß, wovon 17,6 Hektar mit insgesamt 400 bis 500 Wohneinheiten in zwei Schritten bebaut werden sollen. Zwei Lärmschutzwälle von fünf beziehungsweise sechs Metern Höhe und eine Riegelbebauung sollen vor Straßenlärm schützen. Ob die L 381 eines Tages bis nach Korschenbroich hin vierspurig ausgebaut und für zusätzlichen Lärm sorgen wird, vermochte der Beigeordnete Georg Onkelbach nicht zu sagen: Das sei Sache des Landesbetriebs Straßen.NRW und nicht der Stadt. Ad acta gelegt sei das Vorhaben allerdings nicht.

Froh ist er, dass der Doppelknoten an der Ortseinfahrt L381/L31 ausgebaut wird: "Das ist von wesentlicher Bedeutung für das Baugebiet", betonte er. An drei Stellen des Areals sind bei Grabungen des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) Hinweise auf frühere Siedlungen entdeckt worden. "Diese Bodendenkmäler dürfen nicht beschädigt werden", erläuterte Georg Onkelbach. Das heißt: An diesen Stellen kann nur ohne Keller gebaut werden. Ein keltisches Gräberfeld sei nicht gefunden worden, sagte er auf Nachfrage unserer Redaktion.

Auch die Fassadengestaltung war Thema in der Sitzung: Gerd Sack (BUND) und Eberhard Böhm (Aktive) fürchteten einen "Einheitsbrei", da nur rote bis braune Verblendmauerwerke und weiße bis grauweiße Putzfassaden zulässig sind. "Ich möchte ein verbindendes Element und keine lilafarbenen Häuser haben", sagte Amtsleiter Dieter Hoffmans.

Auf Antrag von CDU und SPD sollen auch Holzfassaden und Schieferelemente möglich sein. Der Entwurf geht voraussichtlich im Januar 2017 zurück in den Fachausschuss. Der empfiehlt dem Rat, den Satzungsbeschluss zu fassen. Folgt der Rat der Empfehlung, wäre der Plan rechtskräftig.

Quelle: NGZ
 
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