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Korschenbroich
Notarzt erklärt, wie Lebensretter arbeiten

Korschenbroich: Notarzt erklärt, wie Lebensretter arbeiten
Dieses Archiv-Foto zeigt mehrere Rettungswagen, die zu einem schweren Verkehrsunfall an eine Landstraße in Korschenbroich gerufen wurden. Pro Tag fährt der Rettungsdienst im Stadtgebiet bis zu zehn Einsätze. FOTO: D. Staniek
Korschenbroich. Beim Verein "Sport ältere Generation 50 plus" konnte Marc Zellerhoff einigen Bürgern Ängste nehmen. Der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes erklärte mit seinem Vortrag, wie die Helfer vernetzt sind - und wer genau in der Not hilft. Von Christian Kandzorra

Pro Jahr rücken die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst im Rhein-Kreis Neuss rund 75.000 Mal aus, um Menschen in Not zu helfen. Im vergangenen Jahr sind so allein beim Rettungsdienst in der Stadt Korschenbroich rund 3500 Einsätze zusammengekommen - das sind fast zehn pro Tag. Doch was passiert eigentlich, wenn jemand in Korschenbroich die Notrufnummer 112 wählt? Fragen wie diese beantwortete Marc Zellerhoff gestern beim Info-Frühstück des Vereins "Sport ältere Generation 50 plus", an dem 80 Senioren aus dem Stadtgebiet teilnahmen.

Marc Zellerhoff ist Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes. FOTO: cka

Der 46-Jährige ist Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Rhein-Kreis und erklärte mit seinem Vortrag, wie wichtig es ist, im Notfall nicht zu zögern und die Rettungskräfte zu rufen.

Notruf Wer im Korschenbroicher Stadtgebiet einen Notruf unter der Nummer 112 absetzt, der landet in der Regel bei der integrierten Einsatzleitstelle in Neuss. "Dort nehmen Fachleute den Notruf entgegen, die selbst entsprechende Ausbildungen absolviert haben", sagt Marc Zellerhoff. Im Ernstfall seien diese Fachleute auch dazu in der Lage, einem Anrufer zu erklären, wie er bei einem Menschen Reanimationsversuche starten kann. "In diesem Jahr haben wir bisher 78 Telefon-Reanimationen gehabt", berichtet Zellerhoff. Damit könne die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes sinnvoll genutzt werden. "Für die Mitarbeiter der Leitstelle ist es besonders wichtig, schnell den Einsatzort zu erfahren. Dann können sie erste Kräfte schon alarmieren." Einsatz Stellt sich heraus, dass es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall handelt, wird zusätzlich zum Rettungsdienst ein Notarzt alarmiert. Es gibt einen feinen Unterschied: So sind alle Rettungsassistenten, Rettungssanitäter und Notfallsanitäter (Rettungsdienst) in erster Linie dazu da, lebenserhaltende Maßnahmen einzuleiten. Wie Marc Zellerhoff mit seinem Vortrag erklärte, haben die Retter unterschiedliche Kompetenzen. Bei Patienten, die etwa einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erleiden, kommt immer ein Notarzt dazu. Vernetzung Notärzte, Leitstelle und umliegende Krankenhäuser sind seit 2007 so gut miteinander vernetzt, dass zum Beispiel die EKG-Daten eines Herzinfarkt-Patienten schon auf der Fahrt ans Krankenhaus übermittelt werden können. Kosten Aus Erfahrung weiß Marc Zellerhoff: Viele Menschen zögern, einen Notruf abzusetzen. Gedanken wie "Was plötzlich kommt, wird auch wieder gehen" könnten jedoch fatal wirken - etwa bei einem Herzinfarkt, bei dem Menschen oft plötzlich starke Schmerzen im Brustbereich verspüren. Selbst wenn sich Betroffene nicht sicher sind, ob sie tatsächlich ein mediziner Notfall sind, sollten sie in solchen oder ähnlichen Fällen zum Hörer greifen - egal zu welcher Tageszeit. Der Anästhesist möchte die Angst davor nehmen. "Wenn es ein Fehlalarm war, müssen Betroffene nicht damit rechnen, dass Kosten für den Einsatz auf sie zukommen", erklärt Marc Zellerhoff. Dies gelte selbstverständlich auch für den Fall, in dem jemand tatsächlich dringend Hilfe benötigt. Die Kosten für Einsätze würden nur dann nicht von der Krankenkasse gezahlt werden, wenn der Notruf "böswillig", also grundlos, abgesetzt wurde.

Quelle: NGZ
 
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