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Korschenbroich
Ökumenischer Arbeitskreis Asyl plant neue Projekte

Korschenbroich. 577 Flüchtlinge leben zurzeit in den Unterkünften und angemieteten Wohnungen der Stadt. Davon kamen in diesem Jahr 29 Personen im Rahmen des Familiennachzuges dazu und im Sommer 19 Menschen aus Ländern mit unklarer Bleibeperspektive. Nicht erfasst sind diejenigen, die Geld vom Jobcenter beziehen und in privaten Wohnungen leben. Diese Zahlen stellte Petra Köhnen, stellvertretende Leiterin des Sozialamtes, beim Treffen des Ökumenischen Arbeitskreises Asyl im Pfarrheim von St. Andreas vor. Sie berichtete, dass sich die Zahlen rechnerisch entspannt haben, doch es bleibt die Herausforderung, auf private Schicksale einzugehen. Von Angela Wilms-Adrians

Im Pfarrheim trafen sich haupt- und ehrenamtliche Helfer zu Erfahrungsaustausch und Planung. Amer Yakoob, der neue Sprach- und Integrationsmittler im Rathaus, stellte sich vor. Der 43-Jährige mit Migrationshintergrund berichtete, dass er für seine Tätigkeit in den Bereichen Kommunikation, Konfliktmanagement, Migrationssoziologie, deutsches Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen ausgebildet wurde. "Ich versuche, Flüchtlingen in der deutschen Gesellschaft zu helfen", sagte Yakoob. Er betonte, dass er sich nicht als Dolmetscher verstehe, sondern Kulturunterschiede klären wolle. Der Sozialwissenschaftler Daniel Soueidan sprach über die Arbeit der Regionalen Flüchtlingsberatung Kintop, Mitglied im paritätischen Wohlfahrtsverband. Seit Juli hat das gemeinnützige Förderungszentrum einen Sitz in Korschenbroich. Es lädt für den 17. Oktober ab 14 Uhr zur Eröffnungsfeier in die Niederlassung an der Von-Stauffenberg Straße 42 ein.

In der Gruppe wurden Ideen gesammelt für ein Fest mit Flüchtlingen. Pfarrer Marc Zimmermann schlug vor, sich dafür bereits vorhandenen Aktionen anzuschließen. Andere befürchteten, dass so das Anliegen untergehen könnte. Thema waren ebenso Erfahrungen bei den Sprachkursen, die auch eine Vorbereitung auf die Integrationskurse durch die VHS sind. Eine Ehrenamtlerin klagte über eine unregelmäßige Teilnahme. Eine Mitstreiterin trug den Vorschlag eines Afghanen vor, der dafür wirbt, die Arbeit der Ehrenamtlichen für die Flüchtlinge transparenter zu machen. Das würde die Wertschätzung steigern. Ein Ehepaar betonte, dass es in der individuellen Betreuung einer Familie ein sehr großes, beinahe schon familiäres Feedback erfahre. Martin Kresse, Sprecher des Arbeitskreises, empfahl den Helfern zur Bewältigung emotional schwieriger Aufgaben Entspannungsübungen. Das erleichtere den Umgang mit belastenden Situationen, wenn zum Beispiel ein Asylbewerber eine Ablehnung erhält.

Quelle: NGZ
 
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