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Korschenbroich
Osterather Wohngruppe bald in neuem Hephata-Heim zuhause

Korschenbroich: Osterather Wohngruppe bald in neuem Hephata-Heim zuhause
Seit mehr als zehn Jahren leitet Manfred Offermann die Wohngruppe in Osterath. Bald steht der Umzug nach Korschenbroich an. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Korschenbroich. Acht schwerbehinderte Kinder werden derzeit noch in einem Haus in Osterath betreut. In Korschenbroich entsteht derzeit ein Neubau mit 14 Plätzen, der im September fertig werden soll. Von Regina Goldlücke und Christian Lingen

Es ist viel zu eng geworden in der Wohngruppe in Osterath. In dem Haus der evangelischen Stiftung Hephata werden seit dem Jahr 2000 acht schwerbehinderte Kinder betreut. "Da müssen wir viel manövrieren und improvisieren", sagt Teamleiter Manfred Offermann. Deshalb ist er froh, dass in Korschenbroich derzeit für 1,3 Millionen Euro ein Neubau mit 14 Plätzen entsteht, der im September fertig werden soll. Gefördert wird das Projekt mit 487.000 Euro von der Wohlfahrtspflege des Landes und mit 110.000 Euro von der "Aktion Mensch". "Wir müssen nicht umziehen, wir dürfen es", stellt Offermann klar. "Dort können wir den gestiegenen Anforderungen besser gerecht werden. Wir sind eine der wenigen Einrichtungen im Kinder- und Jugendbereich."

Er freut sich auf das neue Haus und bedauert gleichzeitig den Abschied von der vertrauten Stätte. "Wir geben hier so viel auf, dass wir auch ein wenig traurig sind. Dazu gehört die Einbettung in eine gute Nachbarschaft. Offermann schätzt den offenen Umgang, man habe nichts verheimlicht und sei mit den Kindern immer auf die Straße gegangen. Das gleiche Wohlwollen erhofft er sich in Korschenbroich. Der Neubau an der Herrenshoffer Straße wird in zwei Wohngemeinschaften Platz für jeweils sieben Kinder und Jugendliche bieten. Ihnen stehen Terrassen und Balkone zur Verfügung. Kurze Wege machen es leicht, die wichtigsten Orte im Zentrum zu erreichen.

Manfred Offermann hat kein soziales Studium absolviert. Die Anforderungen an die Pflege sind sehr hoch, und darauf war er als gelernter Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin bestens vorbereitet. Er ist über zehn Jahre Teamleiter und Chef von 20 Pflegekräften aus verschiedenen Berufsgruppen. Seine Mitarbeiter sind rund um die Uhr im Schichtdienst im Einsatz. Er legt Wert darauf, dass Teilzeit gearbeitet wird. "Sonst wird die Belastung zu hoch, und die Kollegen können sich nicht ausreichend erholen", sagt er. In Korschenbroich, wo es außer Offermann noch eine Leiterin geben wird, will er dieses System beibehalten.

Zu den immensen Anforderungen gehört auch die hospizliche Begleitung. Es kommt vor, dass ein Kind in seiner Obhut stirbt. Die Eltern seiner Schützlinge versucht Manfred Offermann in der Aufnahmephase zu begleiten und sie in ihrer Entscheidung zu bestärken. "Sie hadern damit, dass sie ihr Liebstes abgeben, weil sie es einfach nicht mehr schaffen. Für sie ist das eine Katastrophe." Dann macht er ihnen klar, dass es auch eine Wohltat sein kann, nicht länger die volle Verantwortung für Sorge und Pflege zu tragen. Sie können einmal aufatmen, ihr Kind befreit von jedem Druck besuchen oder abholen und es in einer neuen intensiven Begegnung genießen.

Wer in einer Einrichtung mit körperlich und geistig behinderten Kindern arbeitet, muss bereit sein, viel zu geben. "Es hört sich vielleicht kitschig an, aber es gibt echte Glücksmomente. Immer dann, wenn ich die Kinder mit den größten Problemen zum Lachen bringen kann." Denn Spaß sorgt dafür, dass die Kinder und Jugendlichen die Sorgen ihres Alltags einmal vergessen können.

Quelle: NGZ
 
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