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Korschenbroich
Pater Anto aus Indien ist der neue Subsidiar von Korschenbroich

Korschenbroich. Für Pfarrer Marc Zimmermann ist er ein verspätetes Weihnachtsgeschenk: Pater Anto. Domkapitular Heiner Schmitz hat als Personalchef des Bistums Aachen zugesagt, dass der 33-Jährige aus Indien jetzt offiziell und auf Dauer als Subsidiar in Korschenbroich bleiben kann. Das heißt, dass der Pater in der Pfarre seelsorgliche Aufgaben übernehmen wird und den Pfarrer vertreten kann. "Aber alles nach und nach", betont Zimmermann. Denn zunächst müsse Pater Anto, der erst im Juli vergangenen Jahres nach Deutschland gekommen ist, seine Sprachkenntnisse ausbauen.

Die Verständigung auf Deutsch klappt schon ziemlich gut - aber wenn es komplizierter wird, sprechen die beiden noch Englisch miteinander.

In Korschenbroich fühlt sich Pater Anto herzlich aufgenommen und ist dankbar für die Unterstützung, die er durch Ehrenamtliche erfährt, die ihn zum Beispiel bei Behördengängen begleiten. Pfarrer Zimmermann wiederum ist froh über die Unterstützung, die er durch Pater Anto bekommt. Und: "Er kann gut kochen", verrät Zimmermann. Jüngst gab es Fischsuppe und Hähnchen auf indische Art. Die passenden Gewürze hatte Pater Anto zuvor in einem asiatischen Supermarkt in Mönchengladbach gekauft. Wenn er kocht, lädt Pater Anto gleich die Mitarbeiter des Pfarrhauses zum Essen mit ein. Als Nächstes steht für den Inder die deutsche Führerscheinprüfung an. Die Prüfungsbögen für die Theorie darf er auf Englisch bearbeiten. "Abgesehen davon, dass in Indien Linksverkehr herrscht, fahren dort viel mehr Motorräder", erzählt Pater Anto.

Heimweh habe er nicht: "Ich bin Vinzentiner-Priester, und der Vinzentiner-Orden ist meine Familie." Der Orden wurde 1625 von Vinzenz von Paul in Frankreich gegründet und ist heute weltweit vertreten, darunter in Deutschland und in Indien. Bei einem Vergleich mit Indien kommt Korschenbroich allerdings schlechter weg: "Dort besuchen viel mehr Gläubige die Sonntagsmessen", sagt er.

Dort, wo Pater Anto zusammen mit sechs Schwestern aufgewachsen ist, spricht man Tamil, die älteste Sprache Indiens. Sein Elternhaus steht im Bundesstaat Tamil Nadu im Süden Indiens, wo das Arabische Meer, der Indische Ozean und die Straße von Bengalen ineinander übergehen. Eigentlich sei es in Indien für den einzigen Sohn ungewöhnlich, seine Familie zu verlassen. Aber seine Mutter habe ihn immer ermutigt, Priester zu werden, und auch Gott darum gebeten. Seine anfänglichen Überlegungen Medizin zu studieren, hat er verworfen: "Als Priester bin ich näher an den Menschen", erklärt er.

(drlp)
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