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Korschenbroich
Pflaumen und Äpfel in betörender Fülle

Korschenbroich: Pflaumen und Äpfel in betörender Fülle
Frische Pflaumen: Bruno und Ulla Kallen aus Korschenbroich zeigen einen ganz kleinen Teil ihrer umfangreichen Obsternte. FOTO: Reichartz
Korschenbroich. Bei Bruno und Ulla Kallen dreht sich alles um Stein- und Beerenobst. Neben eigenem Land bewirtschaften sie auch Plantagen auf Dyck. Der Hof hat zwölf Festangestellte - und in der Erntezeit sind etwa 100 Saisonarbeiter im Einsatz. Von Angela Wilms-Adrians

Zur Haupterntezeit herrscht auf dem Schanzerhof Hochbetrieb. Dann sind neben Familie Kallen und zwölf Festangestellten etwa 100 Saisonarbeiter im Einsatz, um Beerenobst, Äpfel, Pflaumen, Pfirsiche und Aprikosen zu pflücken. "Im Sommer ist das eine nette Atmosphäre. Da sich die Haupternte unserer Kulturen mit den Semesterferien deckt, haben wir dann auch viele Studenten aus Polen. Wenn es warm ist, ist fast Campingstimmung. Wir mögen es, wenn im Sommer hier viel Leben ist", begeistert sich Bruno Kallen.

Seit 2010 bearbeitet er mit Ehefrau Ulla neben eigenem Land den Wirtschaftshof vom Nikolauskloster mit Gebäuden und Obstanlagen sowie die Apfelplantagen rund um Schloss Dyck und führt den Obstverkauf beim Park. Noch Anfang der 80er Jahre wurde auf dem Schanzerhof klassischer Ackerbau mit Viehzucht, Hühnern, Bullenmast, ein bisschen Gemüse, Rüben, Weizen und Gerste betrieben. Später boten Einlegegurken ein neues Standbein.

Neben der eigenen Produktion wurden auch Gurken von umliegenden Höfen für den Verkauf vorbereitet. Nach dem Mauerfall aber waren die hiesigen Einlegegurken nicht mehr konkurrenzfähig. "Im Spreewald gab es viel größere Strukturen", erklärt Bruno Kallen, der die "Gurkengeschichte" als schöne Zeit in der Erinnerung bewahrt hat. In den Neunzigerjahren pflanzte er die ersten Obstbäume, zunächst Pflaumen, bald auch Johannisbeeren. Seitdem ist das Sortiment stetig gewachsen. Alleine die Pflaumen sind mit 15 Sorten vertreten, die Ernte der verschiedenen Apfelsorten, wie Delbar, Jona Gold und würziger Wellant, reicht von Mitte August bis Ende Oktober. In diesem Jahr bietet Familie Kallen erstmals im September am Nikolauskloster Äpfel zum Selberpflücken an. Die Kunden können eigene Körbe mitbringen oder gegen Pfand Kistchen ausleihen. "Ich finde es schön, wenn Eltern mit ihren Kindern zum Pflücken kommen. Es ist nicht mehr alltäglich, dass Kinder sehen, was so wächst. Wenn Kindergärten zu Gast auf den Obstplantagen sind, ist das immer eine Riesengaudi. Die Kinder haben unglaublich viel Spaß, wenn sie einen Apfel pflücken können", erzählt der Landwirt.

90 von insgesamt 110 Hektar Land sind der intensiven Bewirtschaftung von Obst vorbehalten. Auf den restlichen 20 Hektar wachsen Rüben, Weizen und Gerste. "Das ist ein kleiner Rest, aber da hängt mein Herz dran. Ich bin noch gelernter Landwirt", erzählt Bruno Kallen. Sohn Thomas ist Ostbaumeister. Der Jüngste von drei Kindern führt den Hof mit den Eltern in einer Gesellschaft Bürgerlichen Rechts. Kallen freut sich über die enge Familienbande.

Quelle: NGZ
 
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