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Korschenbroich
Platzkonzert stärkt die Dorfgemeinschaft

Korschenbroich. Das traditionelle Konzert zum 1. Mai fand wegen Regens auf dem Hof der Liedberger Grundschule statt. Von Daniela Gefgen

Fast wäre das Platzkonzert zum 1. Mai in Liedberg buchstäblich ins Wasser gefallen. Franz Josef Holter, Vorsitzender des MGV Cäcilia, musste am Montagmorgen handeln und eine schnelle Entscheidung treffen, damit die traditionsreiche und beliebte Großveranstaltung im historischen Ortskern von Liedberg trotz des regnerischen Wetters stattfinden konnte. "Wir haben uns heute Morgen beim Aufbau um 9 Uhr dazu entschlossen, die komplette Veranstaltung auf das Schulgelände der Grundschule zu verlegen." Denn dort gab es wenigstens schon mal eine überdachte Pausenhalle und den überdachten Eingangsbereich der Grundschule. Das reichte natürlich nicht aus, daher mussten noch ein paar Pavillons organisiert werden. "Die Überdachungen waren schnell hier, in einem Dorf geht sowas."

Seit 1989 nimmt Franz Josef Holter an dieser Veranstaltung teil, doch so einen Regen hat er in all der Zeit noch nicht erlebt. "Wahrscheinlich werden deswegen ein paar Zuschauer fehlen, aber wir lassen uns davon nicht unterkriegen."

Auch bei Helmut Hülser (75) vom MGV Eintracht aus Kleinenbroich und seinem Gesangskollegen Wolfgang Kraus (45) änderte das Wetter nichts an der guten Stimmung. "Das Besondere ist die tolle Gemeinschaft der vielen Musikvereine. Sie kommen unter anderem aus Korschenbroich, Kleinenbroich, Liedberg, Pesch und Schelsen."

Helmut Hülser ist von "seinem" Kleinenbroicher Chor auch noch nach vierzigjähriger Mitgliedschaft überzeugt. Aber eine Sache hat er auf dem Herzen: "Wir brauchen neue Mitglieder. Wir sind stark überaltert, deswegen sollen sich die jungen Leute ruhig mal trauen." Er hat eine Vermutung, weshalb jüngere Sänger fehlen: "Die meinen vielleicht, dass wir nur alte Stücke singen. Das stimmt aber nicht." Und Wolfgang Kraus erklärt: "Zu unserem Repertoire zählen Stücke von Udo Lindenberg und den Toten Hosen."

Unter den Zuschauern ist auch Bürgermeister Marc Venten. Er selbst ist Musikliebhaber und spielt beim Tambourcorps Nordstern Herrenshoff die Marschtrommel. "Sonntagabend haben wir im Festzelt in Herrenshoff in den Mai gefeiert", erzählt er. Zum Liedberger Platzkonzert ist er aber schon wieder fit. Für ihn ist bei dieser Veranstaltung der gesellschaftliche Aspekt wichtig. Das Konzert stärkt die Gemeinschaft, weil man sich dort jedes Jahr wieder trifft. "Korschenbroich ist ja kein natürlich gewachsenes Stadtgebiet sondern ein Zusammenschluss vieler kleiner Orte. Es gibt ab und zu noch ein paar Vorurteile zwischen den Ortschaften. Die können durch so eine Veranstaltung ausgeräumt werden."

Quelle: NGZ
 
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