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Korschenbroich
Projekt "höf-lich": Kunst zwischen Strohballen und Kälbern

Korschenbroich. 41 Künstler präsentierten am Wochenende rund 230 höchst unterschiedliche Exponate auf sieben Korschenbroicher Bauernhöfen. Von Marion Lisken-Pruss

Für ihre außergewöhnlichen Ausstellungsorte ist sie mittlerweile bekannt: die Initiative "Künstler in Korschenbroich" (KiK) um Ideengeber und Kurator Robert Jordan. Im Rahmen des Kunsterlebnisses "höf-lich" verwandelten sie am vergangenen Wochenende sieben Bauernhöfe von Damm über Scherfhausen, Glehn und Schlich bis hin nach Kleinenbroich in temporäre Ausstellungsräume und stemmten damit das bislang umfangreichste Projekt ihrer sechsjährigen Geschichte. "41 Künstler, darunter 16 KiKler, über 230 Exponate und sechs Gastgeber auf sieben Höfen - das alles macht ,höf-lich' aus", sagte Robert Jordan anlässlich der Vernissage in Haus Glehn. Was es bedeutet, Kunst auf einen Bauernhof zu holen, wurde auf dem Hof von Willi Bertrams in Schlich deutlich: Die Künstler präsentierten dort ihre Gemälde und Objekte zwischen Strohballen und Kälbchen. "Etwa 70 Besucher sind schon in den ersten beiden Stunden in den Kuhstall gekommen", berichtete KiK-Künstlerin Gabriela Drees-Holz, die dort mit 13 Glücksschweinen vertreten war.

Die sieben Ausstellungsorte zogen insgesamt rund 3000 Besucher an. "Das hat unsere Erwartungen übertroffen", sagte Jordan zufrieden. Florian Papenberg, der mit seiner Familie von Hof zu Hof fuhr, zeigte sich sehr angetan: "Wir Erwachsenen schauen uns die Kunstwerke an und die Kinder die Tiere und Traktoren."

Im Nikolauskloster war der große Wirtschaftshof, in dem Landwirt Bruno Kallen sonst Äpfel lagert, geöffnet. Passend zum Thema hatte KiK-Künstlerin Christiana Schwarz den Blauapfel, eine alte Apfelsorte, zum Thema erhoben. Auf mehreren blau-schwarzen Fotoprints verformte sie Äpfel zu flachen Quadraten und spielte damit auf die standardisierten EU-Normen für Obst an. Gastkünstlerin Birgitt Verbeek, die dort ebenfalls ausstellte, hat sich in vier Großformaten mit der Erdmutter Gaia und der Erde als dem Ursprung vieler Lebensmittel auseinandergesetzt. Das verbindende Element aller Exponate war der weit gesteckte Themenkreis rund um die Landwirtschaft. Stillleben waren ebenso vertreten wie Fotografien und Objektkunst. Dass man sich diesem Thema auch abstrakt und mit Farbflächen annähern kann, zeigten die Gemälde der KiK-Künstlerinnen Gisela Altmann und Cornelia Gerike-Schuh, die in Haus Randerath in Kleinenbroich ausstellten. Eine große H ühnerschar flankierte den Weg zurHofanlage.

"Wir möchten auf das Spannungsfeld struktureller Veränderungen in der Landwirtschaft aufmerksam machen", stellte Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt als Schirmherr des Projekts heraus. So konnten sich die Besucher auch gleich einen Eindruck von den regionalen landwirtschaftlichen Betrieben verschaffen.

Quelle: NGZ
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