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Korschenbroich
Ratsherr seit vier Wochen ohne Festnetz

Korschenbroich: Ratsherr seit vier Wochen ohne Festnetz
Raymond Opszalski kann weder andere anrufen, noch erreichen ihn diejenigen, die seine Festnetznummer wählen - und das seit dem 15. Dezember. FOTO: ilgner
Korschenbroich. Zu Raymond Opszalski dringt kein Anrufer durch. Mehrfach hing er über eine Stunde in der Warteschleife der Telekom. Die will nun helfen. Von Christian Kandzorra

Bei Raymond Opszalski liegen die Nerven blank: Seit vier Wochen schlägt sich der 62-Jährige mit seinem defekten Telefonanschluss herum - obwohl er der Telekom mehrfach von einem anderen Apparat aus erklärt hat, dass seine Telefonleitung offenbar tot ist. Seine Rekordzeit in der Warteschleife: eine Stunde und 28 Minuten. "Da wird man wahnsinnig", beschwert sich Opszalski, dem der Netzbetreiber mehrfach Hilfe zugesichert hat. Das bisherige Ergebnis: nichts. "Der Fehler besteht seit dem 15. Dezember und ist bis heute nicht behoben. An meinem Telefon kann es nicht liegen." Einige seiner Nachbarn an der Gilleshütte äußerten ähnliche Schwierigkeiten mit ihrem Festnetzanschluss.

Das konkrete Problem: Raymond Opszalskis Apparat klingelt nicht mehr, wenn ihn jemand anruft. "Dabei hören diejenigen, die mich anrufen, ein Freizeichen. Ich bin schon auf der Straße angesprochen worden, warum ich nicht rangehen würde", berichtet der Ratsherr. Dasselbe Problem bei ausgehenden Anrufen: Der Korschenbroicher kommt nicht durch. Als Kommunalpolitiker sollte er jedoch erreichbar sein - für Kollegen ebenso wie für Bürger und Nachbarn. Er fühlt sich von der Telekom schlecht informiert und im Stich gelassen, zumal er bei seinen Anrufen bei der Service-Hotline sein Problem immer wieder aufs Neue habe schildern müssen. Dem 62-Jährigen seien daraufhin immer neue Termine zugesagt worden, an denen der Anschluss hätte repariert werden sollen. Am 18. Dezember, am 22., zwischen Weihnachten und Neujahr sowie am 5. Januar habe die Telekom Techniker herausschicken wollen. "Mir sind mehrfach Nachrichten geschickt worden, dass ich angeblich wieder telefonieren kann. Aber es funktioniert nicht", erzählt Opszalski frustriert. Er bedauert die Abhängigkeit von der Telekom: "Für mich ist das ein Schildbürgerstreich."

Allerdings: Für heute hat die Telekom erneut einen Techniker angekündigt, der sich des Telefon-Problems an der Gilleshütte annehmen soll. Unternehmenssprecher Andreas Fuchs teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass bereits am 18. Dezember ein Techniker vor Ort gewesen sei. Dieser habe die Leitung aufgrund einer Unsymmetrie umgeschaltet. "Offenbar war dies nicht der alleinige Grund für die Probleme", heißt es in der Stellungnahme. Deshalb sei ein neuer Termin für die Reparatur vereinbart worden. Nach den Erfahrungen der vergangenen vier Wochen glaubt Raymond Opszalski allerdings selbst kaum mehr daran, dass er heute Abend tatsächlich wieder seinen Festnetzanschluss nutzen kann.

Der Unternehmenssprecher sichert jedoch zu: "Meine Kollegen vom Service haben ein genaues Auge darauf, dass dem Kunden abschließend geholfen werden kann."

Quelle: NGZ
 
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