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Landratswahl Korschenbroich
Sagen Sie mal, Herr Markert- Kandidaten zur Sache

Landratswahl Korschenbroich: Sagen Sie mal, Herr Markert- Kandidaten zur Sache
Hans Christian Markert (Grüne) tritt für ein Bündnis von SPD, Grünen, Linken, Piraten und Die Aktive an. FOTO: lber
Korschenbroich. Amtsinhaber Hans-Jürgen Petrauschke und Herausforderer Hans Christian Markert sind bei der Landratswahl am
13. September die Kandidaten, die von den beiden größten Gruppierungen im Rhein-Kreis unterstützt werden.

Mit der Energiewende zeichnet sich das Aus für die Braunkohle ab. Alle Parteien betonen, dass sie einen Strukturwandel und keinen Strukturbruch wollen. Was unterscheidet Ihr Konzept von dem Ihres Mitbewerbers?

Die Braunkohle-Verträge bis 2045 sind für mich ebenso bindend wie die Klimaschutzziele, die 40 Prozent CO2-Einsparungen bis 2020 vorsehen. Die Sorgen der Arbeitnehmer nehme ich ernst. Auch Unternehmen brauchen Planungssicherheit. Nur gemeinsam kann ein Strukturwandel ohne Brüche gelingen. Wir müssen den Energiestandort entwickeln und eine echte Innovationsregion werden. Neue Ideen, wie ich sie als Vorsitzender der Enquete-Kommission zur nachhaltigen Zukunft der Chemie mit anderen entwickelt habe, sind gefragt. Strukturwandel ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, als Landrat werde ich mich als stetiger Antreiber und Moderator dieses Prozesses verstehen.

An der Finanzierung des Kreises über eine Umlage der kreisangehörigen Kommunen entzündet sich immer wieder Streit. Wie schafft es der Kreis, seine Kommunen so gering wie möglich zu belasten?

Meine Amtszeit als Landrat werde ich mit einem Kassensturz beginnen. Wir benötigen dringend eine Aufgabenkritik. Die ITK Rheinland zeigt: Eine Stärkung der interkommunalen und regionalen Zusammenarbeit kann den Kommunen eine Entlastung ermöglichen. Darüber hinaus mochte ich aber mehr Verantwortung der Kommunen zulassen – etwa im Bereich der Wirtschaftsförderung. Auch auf der Ausgabenseite ist ganz sicher noch etwas zu holen. Anders als Herr Petrauschke in der Vergangenheit werde ich zum Beispiel nicht auf Kreiskosten zu Olympischen Spielen reisen.

Welche Probleme muss der Rhein-Kreis bei der weiteren Umsetzung der Inklusion vordringlich lösen?

Die Verzögerungstaktik gegen das Recht auf inklusive Bildung werde ich nicht weiterführen. Die Entscheidungsfreiheit der Eltern ist mir wichtig. Ich werde einen detaillierten Plan mit konkreter Kostenberechnung zur vollständigen Umsetzung der Inklusion vorlegen. Ein "kreisweites Konzept Barrierefreiheit" ist dringend erforderlich. Darin müssen Standards für alle öffentlichen Gebäude im Kreis formuliert und verwirklicht werden. Außerdem muss der Kreis endlich die vollen Kosten für die Qualifizierung der Inklusionsassistenten übernehmen.

Was kann der Rhein-Kreis tun, um die Kommunen bei der Bewältigung der Probleme im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen zu unterstützen?

Der Rhein-Kreis Neuss ist vielfaltig und weltoffen. Das zeigt sich schon heute im Engagement vieler stiller Helfer, die sich in menschlicher Bescheidenheit für ein gutes Zusammenleben von Flüchtlingen und Einheimischen einsetzen. Ich werde ein Team in der Verwaltung aufbauen und auch ehrenamtlich Engagierte, Kirchen und Verbände in die gemeinsame Arbeit einbinden, um Flüchtlinge schneller in unsere Gesellschaft eingliedern zu können und kurzfristige Engpässe und Herausforderungen in einzelnen Kommunen miteinander abzumildern.

Wie sichern Sie eine qualitativ hochwertige und ortsnahe Krankenhausversorgung? Gehört dazu auch eine engere Kooperation der Kreiskliniken mit den Häusern in städtischer und kirchlicher Trägerschaft?

Die Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Kreis Neuss brauchen Krankenhäuser in ihrer Nahe. Wir müssen weiterhin eine gute Versorgung sicherstellen. Die getroffenen Strukturentscheidungen (Chefarzt für Gynäkologie für beide Hauser zuständig) bei den Kreiskrankenhausern waren richtig, da sie ein wirtschaftliches Handeln weiter ermöglichen. Auch die Investitionen in die Infrastruktur in Dormagen und die Modernisierung des OPs sind wichtige Schritte auf diesem Weg. Zukünftig können auch die Neusser Krankenhäuser auf diesem Weg stärker mit einbezogen werden, um weitere Synergien zu schaffen.

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