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Korschenbroich
Schüler halten Geschichte lebendig

Korschenbroich. Gegen das Vergessen: Morgen eröffnet die Ausstellung im Kulturbahnhof. Von Silvana Brangenberg

Martin und der Jude Max waren in Amerika beste Freunde. Als Martin 1932 nach Deutschland zurückkehrt, schreiben sie sich regelmäßig Briefe. Doch binnen weniger Monate und Briefe ist Martin nicht mehr wiederzuerkennen. Er ist Mitglied bei der NSDAP und macht Karriere als Parteifunktionär. Martin bricht den Briefkontakt zu seinem Freund ab und gewährt auch dessen Schwester in Deutschland keinen Schutz und begeht feigen Verrat. Max übt Rache.

Das ist die Geschichte zweier Freunde in Zeiten des Nationalsozialismus', von Kressmann Taylor, erschienen unter dem Titel "Adressat unbekannt". Schüler der Realschule Kleinenbroich haben die Lektüre als Grundlage genommen und dazu in der Arbeitsgemeinschaft "Geschichtswerkstatt" Textarbeiten erstellt. Diese werden morgen, 6. November, von 14 bis 17 Uhr im Kulturbahnhof, Am Bahnhof 2, in einer Ausstellung zu sehen und während eines Impulsvortrags zu hören sein. Die Schüler haben sich im Rahmen der Aktion "Gegen das Vergessen" gefragt, was die Geschichte von Max und Martin mit ihnen gemacht hat. Kann eine Freundschaft zwischen einem Juden und einem Deutschen während des Nationalsozialismus bestehen? Sind die Handlungen der Protagonisten nachvollziehbar? "Die Schüler haben sich ganz unterschiedlich mit dem Buch auseinandergesetzt", berichtet Eva Hermanns, Leiterin der Geschichtswerkstatt. So hat Nina Schiffer (15) gleich ein ganzes Buch unter dem Titel "Betreff: Letzte Bitte" geschrieben. Darin geht es um die Frage, was Freundschaft ist und ob man sich rächen darf. Wieder andere haben die Geschichte von Max und Martin zu Ende geschrieben, ein Testament verfasst oder die Briefe in einem WhatsApp-Chat ins Heute transportiert. Der Eintritt zur Ausstellung ist kostenfrei. Spenden zugunsten des Vereins "Mizwa Zeit zu handeln" sind erbeten.

Auch das Gymnasium Korschenbroich beteiligt sich an der Gedenk-Aktion. Die Schüler des Gesichtskurses der Jahrgangsstufe 12 säubern Stolpersteine in der Stadt, um die Erinnerung wach zu halten.

Quelle: NGZ
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