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Korschenbroich
Seifenkisten sind Familiensache

Korschenbroich: Seifenkisten sind Familiensache
Mit viel Schwung um die Kurve: Dieser Teilnehmer des Seifenkistenrennens ist voll auf die Strecke fokussiert. FOTO: Detlef Ilgner
Korschenbroich. Beim 38. Seifenkistenrennen jagten viele Kinder über das Liedberger Pflaster - angefeuert von Eltern, die früher auch Piloten waren. Von Daniela Gefgen

Der emotionalste Moment ist der, wenn der Startschuss fällt. So empfand das nicht nur Harald Jansen (43). Er ist einer der Väter, die sich kurz vor Beginn des 38. Liedberger Seifenkistenrennens zur Unterstützung ihrer teilnehmenden Kinder hinter der Startlinie versammelten. "Bis Mitternacht habe ich noch an der Seifenkiste meines Sohnes gearbeitet. Wenn es dann endlich losgeht, fällt ganz viel Anspannung von einem ab."

Sein Sohn Phil (10) ist bereits das dritte Mal dabei: "Es ist so schön, dass ich meine Seifenkiste präsentieren kann und hier viele meiner Freunde treffe", erzählt er begeistert. Wie bei vielen anderen Familien hat die Teilnahme am Seifenkistenrennen auch bei Phils Familie Tradition. "Mein Vater hat das früher gemacht und mein großer Bruder", erzählt der Junge mit ein bisschen Stolz. "Deswegen wollte ich das auch unbedingt machen."

Phils Vater Harald gehörte 1981 das erste Mal zu den Teilnehmern. Gibt es Unterschiede zur heutigen Veranstaltung? "Die Seifenkisten, in denen wir früher gefahren sind, waren aus Metall und Holz. Heutzutage ist der Bau der Fahrzeuge technisch ausgefeilter. Es werden eher leichte Materialien wie Glasfaser und Alu benutzt."

Auch Leo Strerath (75), Ehrenvorsitzender des Liedberger Heimatvereins, kann sich sehr gut an die Anfänge der Veranstaltung erinnern, war er doch bei ihrer Gründung dabei. "Ein Mitglied unseres Heimatvereins hatte die Idee dazu. Wir wollten unser Dorffest veranstalten und er sagte, dass er etwas Tolles irgendwo am Niederrhein gesehen hat, was wir auch unbedingt machen müssten", erzählt er. Im Jahr 1977 wurde das Seifenkistenrennen erstmalig bei diesem Dorffest durchgeführt. "Das kam so gut an, dass das zur Haupt-Attraktion wurde." Da nicht jeder der 20 Teilnehmer über eine Seifenkiste verfügte, wurden teilweise Kettcars umgebaut. "Die kamen mit den abenteuerlichsten Fahrzeugen an, gebaut aus Brettern und sonstigen Materialien. Aber es hat funktioniert", erinnert sich Leo Strerath.

Vom ADAC gab es die Hütchen, die Zeiten wurden mit einer Stoppuhr gemessen. An einfachen Marktständen von Landwirten aus der Umgebung wurden Getränke und Essen verkauft. Gab es vielleicht eine Zeit, in der sich die Veranstaltung veränderte? "Vor etwa 20 Jahren wandelte sich das Seifenkistenrennen. Bis zu dem Zeitpunkt waren es überwiegend Ortsbewohner, die hier her kamen. Aber dann kamen ganze Gruppen aus umliegenden Orten und Städten. Das hat das Seifenkistenrennen etwas verändert."

Auch ist die Veranstaltung nicht mehr ganz so gut besucht wie früher. "Bis vor ein paar Jahren waren die kleine Straßen hier voller Leute. Und sie haben den ganzen Tag zusammen verbracht. Das ist anders geworden", erzählt Leo Strerath.

Ralf Frommen, Geschäftsführer des Heimatvereins, ist sehr zufrieden mit dem Seifenkistenrennen. "Jede Zeit hat nun mal ihre Besonderheiten", sagt er.

Quelle: NGZ
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