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Korschenbroich
Seit gestern 20 Virus-Fälle im Kreisseniorenhaus

Korschenbroich: Seit gestern 20 Virus-Fälle im Kreisseniorenhaus
Regelmäßig die Hände zu waschen, gilt als Schutz vor Ansteckung. FOTO: Berns
Korschenbroich. Petra Sommerhäuser setzt auf Sicherheit: "Gottesdienst und Kino wurden abgesagt, die Weihnachtsfeier holen wir nach." Von Ruth Wiedner

Hinweisschilder und Desinfektionsständer am Eingang, am Aufzug, dem Treppenaufgang - alles deutet auf die aktuelle Situation an der Freiheitsstraße 14 hin: Virus-Alarm im Kreisseniorenhaus. Ob es sich dabei um das Noro-Virus handelt, wollte Amtsarzt Michael Dörr gestern auf Anfrage noch nicht bestätigen. "Wir müssen noch die Auswertung der ersten Stuhlproben abwarten, um exakte Auskünfte zu der Erkrankung machen zu können." Allerdings räumte Dörr auch ein: "Das Beschwerdebild und der Verlauf sind eindeutig, wir müssen zu 90 Prozent davon ausgehen, dass es sich um das hochinfektiöse Noro-Virus handelt."

Das Noro-Virus ist ein ansteckender Magen-Darm-Erreger. Typisch für das Virus sind neben Übelkeit und Bauchschmerzen plötzliches, schwallartiges Erbrechen sowie akute Durchfälle. "Die Beschwerden erstrecken sich in der Regel über zwei bis drei Tage", erklärt Michael Dörr. Für den leitenden Amtsarzt des Kreisgesundheitsamtes gehören die aktuellen Vorfälle zu der etwas leichteren Kategorie. "Der Krankheitsverlauf ist nicht so ausgeprägt wie sonst", räumt Dörr ein, "dafür dauert er aber länger an".

Beim Noro-Virus handelt es sich um eine meldepflichtige Erkrankung. Die Problematik tritt immer wieder auf - gerne in den Monaten Dezember, Januar und Februar. "Das ist die Zeit, wo die Menschen gerne näher zusammenrücken", sagt Dörr. Betroffen sind dann vorwiegend Kitas, Krankenhäuser, Reha-Kliniken und Seniorenwohnheime. Neben dem Kreisseniorenhaus in Korschenbroich, dort sind seit gestern Abend 14 Bewohner und sechs Mitarbeiter erkrankt, hat eine Senioreneinrichtung in Neuss vergleichbare Probleme. Einrichtungsleiterin Petra Sommerhäuser hat vorsorglich alle Veranstaltungen im Haus abgesagt - vom Gottesdienst übers Kino bis hin zu den Weihnachtsfeiern. Der Speisesaal ist wie die Cafeteria zunächst geschlossen. Die Angehörigen und die Ehrenamtler werden durch Hinweisschilder informiert. Sie hofft auf Verständnis bei Betroffenen und Angehörigen, aktuell auf Besuche weitestgehend zu verzichten: "Telefonieren ist einfach sicherer."

Und wie können sich Bewohner und Angehörige schützen? "Die Ansteckung erfolgt durch die klassische Schmutz-Schmier-Infektion, da hilft nur konsequente Hygiene", erklärt Dörr. Praktisch heißt das: "Kontakt vermeiden, am Eingang die Hände zu desinfizieren und immer wieder die Hände zu waschen."

Quelle: NGZ
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