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Korschenbroich
Senioren-Besuchsdienst sucht Verstärkung

Korschenbroich: Senioren-Besuchsdienst sucht Verstärkung
Sie besuchen ältere "Geburtstagskinder" in Kleinenbroich (v.l.): Gisela Amelungk, Beate Schaepers, Ulrike Schlüter und Ellen Möske. Sie wünschen sich für ihre Arbeit Verstärkung, denn pro Jahr stehen bis zu 330 Besuche auf ihrer Liste. FOTO: cka
Korschenbroich. Ehrenamtler besuchen pro Jahr bis zu 330 Senioren, die einen runden Geburtstag feiern oder besonders alt werden. Sie übergeben stellvertretend einen Geburtstagsgruß der katholischen Kirche. Gerade einsame Senioren sind dankbar. Von Christian Kandzorra

Wer katholisch ist, in Kleinenbroich wohnt und demnächst 75, 80, 85 Jahre oder noch älter wird, der kann damit rechnen, dass es an seinem Geburtstag mittags an der Türe schellt: Der Besuchsdienst kommt. Bis zu 330 Mal pro Jahr besuchen Mitglieder dieses ehrenamtlichen Dienstes katholische Senioren, die zur Pfarrgemeinde St. Dionysius gehören. "Die Zahlen steigen laufend", erzählt Beate Schaepers, schließlich werde die Gesellschaft ja immer älter.

Gemeinsam mit sechs anderen Frauen übernimmt sie die Besuchdienste und bringt den "Geburtstagskindern" zur Besuchszeit am Vormittag Grüße von der Kirchengemeinde und als Geschenk ein Büchlein mit Segenssprüchen oder eine Kerze mit einem Bild der Kirche. "Wir stoßen allerdings an unsere Kapazitätsgrenzen. Wir können zu siebt nicht so viele Menschen besuchen", sagt Schaepers. Der Besuchsdienst sucht deshalb dringend Verstärkung - Menschen, die in ihrer Freizeit anderen zum Geburtstag gratulieren möchten.

Viele der älteren Menschen, die von den Frauen des freiwilligen Dienstes besucht werden, sind froh, an ihrem Ehrentag unangekündigten Besuch zu bekommen. "Das hat auch etwas mit Wertschätzung des Alters zu tun", sagt Pfarrer Marc Zimmermann, der gerne Werbung für den Besuchsdienst macht. Er lobt das Engagement der Frauen, die von einer "erfüllenden Aufgabe" sprechen. Viele Senioren seien sehr dankbar und freuten sich über die Glückwünsche der Kirche.

Manche warten sogar gezielt auf den Besuch. "Im Sommer kam ich einen Tag zu spät zu einem alt-eingesessenen Landwirt. Er hatte schon die Geburtstagsgrüße der Kirche vermisst. Dabei hatte ich selbst an dem betreffenden Tag Geburtstag und war verreist", erzählt Beate Schaepers und schmunzelt. Die Frauen des Besuchsdienstes treffen auch immer wieder Bekannte, die auf ihren Besuchslisten stehen. Davon kann vor allem die ehemalige Verwaltungsangestellte Ellen Möske erzählen, die einige Jahre lang unter anderem Ausweise in der ehemaligen Gemeinde Kleinenbroich ausgestellt hat. Viele der älteren Menschen würden sie wiedererkennen.

Einige der Besuche dauern nur ein paar Minuten, die Frauen berichten aber auch von längeren Aufenthalten. "Oftmals sind die Menschen an ihrem Geburtstag alleine, wenn ihre Kinder zum Beispiel weit entfernt wohnen oder berufstätig sind", sagt Gisela Amelungk. "Das geht einem schon nahe", ergänzt Ellen Möske.

Ulrike Schlüter spricht stellvertretend für ihre Kolleginnen, wenn es um die Motivation geht, die hinter dem ehrenamtlichen Besuchsdienst steckt: "Ich betreue gerne ältere Menschen und habe Freude daran, mich mit ihnen zu unterhalten. Das ist mir eine Herzensangelegenheit."

Die Mitglieder des Besuchsdienstes hoffen jetzt, dass sich Interessierte bei ihnen melden, die ebenfalls Besuche übernehmen wollen. Die einzige Bedingung: Sie sollten der Kirche nicht abgeneigt gegenüber stehen.

Quelle: NGZ
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