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Korschenbroich
So werden Flüchtlingskinder in Korschenbroich integriert

Korschenbroich. Fast täglich kommen weitere Flüchtlingsfamilien mit Kindern nach Korschenbroich. Parallel dazu sind bereits Strukturen geschaffen worden oder noch im Entstehen mit dem Ziel, diese Menschen umfassend zu integrieren. Das wurde jetzt im Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport deutlich. Von Rudolf Barnholt

Eltern von Neugeborenen bekommen in der Regel Besuch vom Jugendamt und bei dieser Gelegenheit ein Begrüßungspaket überreicht. Die Botschaft, die dahinter steckt: "Falls es Probleme gibt, wendet Euch ohne Scheu an uns." Kreisjugendpfleger Reinhard Giese räumte im Gespräch mit unserer Zeitung ein, dass es derzeit noch ein wenig bei der Übermittlung der Daten von Flüchtlingsfamilien hakt. "Es gibt aber schon Flüchtlingsfamilien, die durch das Jugendamt betreut werden", weiß Giese. In den Kindertageseinrichtungen konnten bislang alle angemeldeten Flüchtlingskinder untergebracht werden. Freie Plätze gibt es derzeit jedoch nur noch in der Kindertageseinrichtung der Lebenshilfe an der Hochstraße. Um die Vermittlung von Plätzen in Korschenbroicher Schulen kümmert sich das Kommunale Integrationszentrum für den Rhein-Kreis Neuss.

Zurzeit drücken 77 Kinder aus Flüchtlingsfamilien in Korschenbroich die Schulbank. Die Integration dieser Schüler muss ohne zusätzliche Lehrkräfte bewältigt werden. Eine zusätzliche Lehrkraft ist an der Realschule eingestellt worden, weil an dieser weiterführenden Schule die Seiteneinsteigerklasse für Migrantenkinder eingerichtet worden ist. Antje Schönknecht, Konrektorin der Kleinenbroicher Realschule, erklärte, wie man die Kinder in den Regelunterricht integriert: "Das geschieht sukzessive und orientiert sich vor allem an den Deutschkenntnissen." Worauf sie sich freut: "Eine zweite Einsteigerklasse soll gebildet werden, wir wissen nur noch nicht genau, wann." Ebenfalls positiv wertet Schönknecht: Deutsche Eltern haben sich bislang noch nicht beschwert, dass ihr Nachwuchs gemeinsam mit den Flüchtlingskindern unterrichtet wird. Die Integrationsarbeit wird auch nach Schulschluss fortgesetzt. Reinhard Giese zieht alle Register: "Ich habe einen kleinen Arbeitskreis gegründet mit den Leitern der kirchlichen Jugendfreizeiteinrichtungen", erklärte der 56-Jährige jetzt im Ausschuss.

In der Glehner "Sinnflut" startet noch in diesem Monat das "World-Café", erzählt er. In Kleinenbroich sind die Schüler der Seiteneinsteigerklasse im Evangelischen Jugendheim willkommen, in Korschenbroich gibt es Angebote für diese Zielgruppe im wöchentlichen Wechsel im "Klärwerk" der evangelischen Kirche und im Jugendzentrum St. Andreas. "Es geht dort um Kommunikation und um Zeitvertreib, aber die Flüchtlingskinder bekommen dort ganz nebenbei auch wichtige Tipps", erklärte Reinhard Giese, der vor kurzem ein peppiges Flugblatt in fünf Sprachen herausgegeben hat, der sich gezielt an Flüchtlingsfamilien richtet. Eine Erfahrung, die der Kreisjugendpfleger in den vergangenen Wochen gemacht hat: "Die jugendlichen Flüchtlinge sind überwiegend willig und wissbegierig - das gilt in besonderem Maße für die jungen Syrer."

Quelle: NGZ
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