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Korschenbroich
Sonntag Kräuter-Segnung in der Pfarrkirche

Korschenbroich: Sonntag Kräuter-Segnung in der Pfarrkirche
Kräuter spielen in seinem Leben eine besondere Rolle: Aktuell bereitet Michael Manns die Sträuße für die Kräutersegung am Sonntag in St. Andreas vor. FOTO: HPR
Korschenbroich. Die Kirchengemeinde St. Andreas bereitet 70 "Kruutwöösch" vor. Der Gottesdienst beginnt um 11 Uhr. Von Angela Wilms-Adrians

Es ist ein Fest für die Augen und eine hochwirksame Sammlung, die Michael Manns auf seinem Gartentisch zusammengetragen hat. Hier steht eine Auswahl der Kräuter aus seinem Garten. Der Neersbroicher kennt sie nicht nur beim Namen, sondern weiß auch um deren Besonderheiten für die Gesundheit und als Würze für ein schmackhaftes Essen. Seit der Kindheit ist Manns vertraut mit der symbolischen Bedeutung der Kräutersegnung beziehungsweise -weihe. Die fällt traditionell auf den Sonntag nach "Mariä Himmelfahrt" und wird daher am Sonntag im Wortgottesdienst von St. Andreas gefeiert. Manns bereitet diesen Gottesdienst zurzeit vor. Jeder ist eingeladen, in die Andreas-Kirche zu kommen, gerne mit einem bereits vorbereiteten Kräuterstrauß. Doch Manns und seine Helfer werden vorsorglich etwa 70 Kräutersträußchen binden. Die heißen im Volksmund auch "Krautbusch" oder "Kruutwöösch". Die Anzahl der Kräuter und eingebundenen Blumen ist regional verschieden und Hinweis auf eine heilige Zahl. So erinnern zum Beispiel zwölf Kräuter an die zwölf Apostel oder sieben Kräuter an die jeweils sieben Schöpfungstage, Sakramente und Schmerzen Mariens. Einen guten Teil der Kräuter kann Manns im eigenen Garten schneiden. Er wird sich auch wieder auf dem Weg machen, um in Wald und Feld frei wachsende Kräuter zu sammeln.

Einst war die Kräutersegnung ein festes Ritual in der katholischen Kirche. Zeitweise wurde der Brauch vernachlässigt, so auch in Korschenbroich. Manns gehört zu der Gruppe, die diese Tradition wiederaufleben ließ. Die Segnung ist ein Dank für die heilende Wirkung der Kräuter und verbunden mit dem Feiertag Mariä Himmelfahrt. Denn der Legende nach fanden die Apostel nach dem Öffnen von Marias Grab darin nur Blumen und wohlriechende Kräuter. Unabhängig von der Legende gelten Kräuter als Zeichen für das Heilsame, das mit Marias Mutterschaft in die Welt kam. Sie gelten als Gegenmittel gegen den Tod, gegen den sonst kein Kraut gewachsen zu sein scheint.

Michael Manns kennt die Legende und die symbolischen Bezüge. Er wird dies in Predigt und Meditation aufgreifen. Vielleicht wird er dann auch aus der Kräuterlitanei zitieren, die zum Beispiel Johanniskraut zur Wundbehandlung und schweißtreibende Lindenblüten gegen Erkältungen empfiehlt. Als leidenschaftlicher Hobbykoch weiß der 72-Jährige ohnehin um die Würzkraft mancher Kräuter.

Quelle: NGZ
 
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